"Fast jeder Schuss war ein Treffer": St. Pauli glänzt durch Effektivität

Nach einem spektakulären Spiel feierte der FC St. Pauli einen 4:3 Auswärtssieg beim ersten Verfolger aus Kiel. Selbstkritik gab es für die zweite Halbzeit, aber dennoch freuten sie sich auf der Vereinshomepage in allererster Linie über die drei Punkte in einem schweren Auswärtsspiel.

"Wir haben das Spiel kontrolliert und waren effektiv"

Der Gegner aus Kiel kam gut aus der Kabine und erspielte sich die ersten Chancen. Aber St. Pauli zeigte sich wieder effektiv und ging durch Oladapo Afolayan in Führung (11.). Im weiteren Verlauf der zweiten Halbzeit präsentierte sich der Tabellenführer sehr effektiv und legte mit zwei Toren durch Hartel (34.) und nochmal Afolayan (36.) nach. "Wir gehen dann in Führung und spielen dann richtig guten Fußball. Wir haben das Spiel kontrolliert und waren effektiv. Das haben wir zuletzt nicht in dem Ausmaß gezeigt wie heute in der ersten Halbzeit. Fast jeder Schuss war ein Treffer, Aljoscha Kemlein kann oder muss kurz vor der Pause sogar noch das 4:0 machen", zeigte sich Trainer Fabian Hürzeler sehr zufrieden mit der Chancenausbeute.

In der zweiten Halbzeit begann Kiel aber sehr mutig und drückte auf den Anschlusstreffer. Dieser gelang tatsächlich früh durch Shuto Machino (53.). Aber Connor Metcalfe stellte den vermeintlich sicheren drei Tore Vorsprung wieder her (57.).  "Kiel hat uns sehr unter Druck gesetzt und wir sind nicht mehr so im Spiel gewesen, wie wir es noch in der ersten Halbzeit waren. Wir haben zu viele einfache Fehler gemacht und Kiel hat gut umgeschaltet", erklärte Torschütze Hartel mit Blick auf die zweite Halbzeit. Und diese Fehler nutze Kiel aus. Durch Tore von Joshua Mees (65.) und Alexander Bernhardsson (82.) musste St. Pauli nochmal um die drei Punkte zittern. Am Ende retteten sie den Auswärtserfolg aber über die Ziellinie.

"Wildes Spiel"

Die zwei unterschiedlichen Halbzeiten beschäftigte nach dem Spiel auch die Spieler und den Trainer. "Es war wie im Vorjahr wieder ein wildes Spiel in Kiel", befand Jackson Irvine. "Heute ging es nur um eine Sache und das waren die drei Punkte. Entscheidend war nur, dieses Spiel zu gewinnen - ganz egal wie. Kiel hätte heute nach Punkten gleichziehen können, wir haben den Vorsprung nun aber auf sechs Punkte ausgebaut", erklärte er zur Wichtigkeit des Sieges. Hürzeler analysierte, was in den nächsten Spielen wieder besser gemacht werden müsse: "Im Großen und Ganzen war es mir heute zu viel Spannung. Wir hätten es mit der defensiven Stabilität, die uns die ganze Saison auszeichnet, ruhiger gestalten können. Das ist ein Punkt, bei dem wir uns verbessern müssen und auch werden.“

Ein besonderes Spiel war es für den Ex-Kieler Hauke Wahl, der fünf Jahre beim Konkurrenten gespielt hatte. Sein Blick ging aber auch schnell wieder auf die nächste Aufgabe: "Auf Schalke erwartet uns wieder ein schweres Spiel. Es wird wieder eine Aufgabe für uns, bei der wie die Dinge, die wir heute nicht so gut gemacht haben, besser machen wollen.“ Beim kriselnden Bundesligaabsteiger muss St. Pauli nächste Woche Freitag antreten.  Ziel ist dann der siebte Auswärtssieg in dieser Saison. In der Tabelle liegen die Kiezkicker nun sechs Punkte vor Kiel und zehn Punkte vor dem Hamburger SV.

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