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FCE-Serie reißt – Hensel verärgert: "In 20 Jahren noch nie erlebt"

© IMAGO / Jan Huebner

Im ersten Heimspiel ohne Zuschauer ist die kleine Erfolgsserie von Erzgebirge Aue gerissen. Cheftrainer Pavel Dotchev vermisste die Emotionen nicht nur auf den Rängen, sondern auch in der Mannschaft – die sich trotz allem in das Spiel gegen Spitzenteam Darmstadt reingeschmissen hat. Auch das Schiedsrichterglück war nicht auf Seiten der Veilchen, wie Teamchef Marc Hensel zum Schluss klarmachte.

"Vor Zuschauern andere Leistung gezeigt"

In der ersten Halbzeit konnte Aue ein torloses Remis halten, dann schlug der SV Darmstadt 98 zweimal zu und der Anschlusstreffer der Veilchen kam letztlich zu spät. Nach zehn Punkten aus den letzten vier Spielen musste sich der FCE erstmals wieder geschlagen geben. "Das war eine Spitzenmannschaft, da muss bei uns alles passen", konnte Teamchef Marc Hensel die knappe Pleite gegen die Lilien verschmerzen. Was dem 35-Jährigen schwieriger fiel, war die Bewertung vom Schiedsrichterteam um Robin Braun.

"Mir liegt es fern, jemals Niederlagen beim Schiedsrichter zu suchen. Aber ich bin knapp 20 Jahre im Profifußball und so eine Leistung sukzessive in eine Richtung habe ich noch nie erlebt", äußerte Hensel gegenüber dem "MDR" deutliche Kritik. "Ist mir auch ein Rätsel, wie so eine Schiedsrichterkonstellation zustande kommt. Ich muss aufpassen, was ich jetzt sage." Die FCE-Akteure seien von Beginn an hart angegangen worden, unter anderem habe man "Ellenbogen ins Genick" bekommen. Die Niederlage wollte der Teamchef daran nicht festmachen, aber Chancen rechnete er sich im Vorfeld dadurch auch nicht aus. "Vor Zuschauern hätte der Schiedsrichter mit Sicherheit eine andere Leistung gezeigt", war sich Hensel sicher.

Dotchev fehlt die Emotion

Das Spiel gegen Darmstadt war die erste von zwei Partien, die Aue vor leeren Rängen absolvieren musste – vorerst. Denn bei einem Rekord-Inzidenzwert von 2073,4 pro 100.000 Einwohner im Erzgebirgskreis ist die weitere Entwicklung offen. Ohne die Fans nahm Interimstrainer Pavel Dotchev eine emotionslose Partie wahr. "Wir haben viel Respekt vor dem Gegner gehabt, auch zurecht. Aber was uns noch gefehlt hat, ist genau das, was unsere Mannschaft zuhause stark macht. Die Fans. Mit den Fans hätten wir wahrscheinlich mehr Chancen gehabt, um gegen eine starke Mannschaft einen Punkt oder mehr mitzunehmen", legte sich der 56-Jährige fest. So fehlte es augenscheinlich an Feuer und Power, das "Spiel nach vorne war nicht so gut ausgeprägt".

Einwände erhob Sören Gonther, der stellvertretend für das Team in die Bresche sprang. "Natürlich muss man das Gegentor besser verteidigen, da brauchen wir nicht drüber reden. Aber heute muss man das anerkennen. Warum wir nicht an die Leistungsgrenze gekommen sind, müssen wir analysieren. Sie waren besser, das ist scheiße. Wir haben alles gegeben", bekräftigte der Abwehrspieler, der sich von dem Rückschlag nicht aus der Ruhe bringen lässt. "Es geht weiter für uns, die Welt geht nicht unter. Wenn es so weitergegangen wäre, wie in den letzten Wochen, dann wäre es schön gewesen. Da hätte aber auch keiner mit rechnen können, dass wir jetzt alles zerschießen", so Gonther. Die nächste Gelegenheit folgt in Bremen (Freitag, 18:30 Uhr), ehe der FCE zum Derby mit Dynamo Dresden einlädt (12. Dezember) – vor leeren Rängen.