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Feuerwerk in Paderborn: Kwasniok dankt für "mega geiles Zweitliga-Spiel"

© IMAGO / Ulrich Hufnagel

46 Torschüsse, sechs Tore, sechs Aluminiumtreffer und zwei irreguläre Treffer – das Spiel zwischen dem SC Paderborn und Hannover 96 hatte am frühen Samstagnachmittag alles zu bieten, was der Fußball-Fan sehen wollte. Dafür war SCP-Coach Lukas Kwasniok dankbar. Trotzdem war für die Ostwestfalen nicht alles "wunderbar".

"Was wir alle heute geleistet haben"

Auf Pressekonferenzen ist Lukas Kwasniok konsequent um Sachlichkeit bemüht. Das gelingt dem Paderborner Cheftrainer hervorragend. Trotzdem musste der 41-Jährige an diesem Samstag aus seiner Rolle herausbrechen: "Ich will untermauern, dass das ein mega geiles Zweitliga-Spiel war. In Hannover werden sie jetzt logischerweise nach Negativem suchen, bei uns nach allem Positiven. Eigentlich musst Du 'Danke' sagen, was wir alle heute so geleistet haben." Denn was die Partie zwischen Paderborn und Hannover am Samstag bot, war Fußball-Spektakel.

Insgesamt wurden 46 Torschüsse in der "Home Deluxe Arena", wie sie seit dieser Saison heißt, abgefeuert. Allein 30 Versuche gehen auf das Konto der Ostwestfalen, die daraus sechs Treffer erspielten – ein Tor von Sirlord Conteh wurde wegen eines Foulspiels aberkannt, ein weiterer Treffer in der Endphase wegen einer Abseitsstellung. Für den Sieg reichten vier Tore. "Ich weiß, dass jetzt jeder sagt, ein 4:2-Sieg und alles ist wunderbar, wir haben 30 Schüsse abgefeuert. Aber 16 gegnerische Versuche zuhause ist auch nicht ganz das, was wir uns unter dem Strich vorstellen", mahnte Kwasniok dennoch. Zufrieden war er trotdem.

Unordnung nach Auswechlung

"Wenn du mit einem 4:2 verdient als Sieger vom Platz gehst, und das sehe ich auch so, dann hast du nicht ganz so viel falsch gemacht", analysierte der SCP-Coach etwas näher im Detail. Durch den verletzungsbedingten Wechsel vom offensiveren Robert Leipertz zum defensiveren Marco Schuster (11.) war die Zuordnung im Spiel der Paderborner aber zunächst "nicht ganz so optimal". Der SCP brauchte Zeit, in der auch Hannover zum Zug kam (12./37.). "Wir standen vor großen Problemen in der Defensive und haben das individuell nicht ganz kaschieren können", so Kwasniok.

Die Anpassung des Matchplans folgte in der Kabine, die zweite Halbzeit dominierte Paderborn. "Über 90 Minuten war es mit dem Ball das, was ich sehen will. Vielleicht noch ein bisschen mehr Kontrolle, aber das ist auch dem Gegner geschuldet", lobte der 41-Jährige die Gesamtumsetzung seiner Mannschaft. "Was die Jungs mit der Murmel treiben ist bravourös. Da muss man alle Hüte ziehen und es dennoch vernünftig einordnen." In der Defensive will der Coach nun noch etwas Cleverness dazu bekommen, um die Mannschaft endgültig auf dem richtigen Weg zu sehen. Dann sind Gegentore, wie sie beim 0:1-Treffer durch einen Zusammenprall von Jannik Huth und Jasper van der Werff zustande kommen, nicht der Rede wert. "Dinge wie das erste Gegentor passieren", hielt sich deshalb auch Kwasniok nicht lange damit auf.