Finanzlücke zwischen fünf und zehn Millionen: KSC prüft Planinsolvenz
Kann der Karlsruher SC ein Insolvenzverfahren einleiten? Derzeit prüft der Klub laut einem Bericht des "SWR" die Möglichkeiten, um sich durch eine Planinsolvenz zu entschulden. Präsident Ingo Wellenreuther muss dafür Vor- und Nachteile abwägen.
Kein Punktabzug von der DFL
Nach "SWR"-Informationen klafft beim Karlsruher SC ein finanzielles Loch zwischen fünf und zehn Millionen Euro. Diesen Schuldenberg könnte der abstiegsbedrohte Zweitligist durch eine Insolvenz abbauen, der Verein wäre auf einen Schlag entschuldet. Zur Folge hätte dies im Regelfall ein sofortiger Abzug von neun Punkten, was sich der KSC in der Tabelle wiederum nicht erlauben dürfte.
Durch die Coronakrise wird die finanzielle Lage bei den Badenern nicht besser. Deswegen prüft der Verein aktuell wohl die Einleitung einer Planinsolvenz. Denn: Wie die Deutsche Fußball-Liga schon am Dienstag durchbrachte, wird es den Neun-Punkte-Abzug aufgrund der Pandemie in dieser Saison nicht geben. Lediglich drei Zähler würden dem Klub im nächsten Jahr abgezogen werden.
"Werden gründlich abwägen"
Nun sollen externe Sachverständige die finanzielle Lage "überprüfen und feststellen, ob nicht bereits jetzt eine Überschuldung" vorliegen könnte. Nach Ostern sollen dann die Mitglieder über ein mögliches Insolvenzverfahren abstimmen. "Dem Präsidium und auch mir persönlich ist es sehr wichtig, alle Mitglieder mitzunehmen", erklärt KSC-Präsident Ingo Wellenreuther, von dem interne Kritiker wohl ein sofortiges Planinsolvenzverfahren fordern.
Die Stadt Karslruhe verlangt in jedem Fall Klarheit über die Finanzierung, gerade in Hinblick auf den Stadionneubau des Wildparkstadions. Nun habe sich der KSC in erster Instanz für eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen. "Bis dahin werden wir weiterhin Vorteile und Nachteile einer möglichen Planinsolvenz gründlich abwägen und das Thema rechtlich prüfen", verspricht der KSC-Präsident.