"Gibt nicht viele schönere Sachen": FCK feiert emotionalen Start

Im Verfolgerduell mit Hannover 96 hatte der 1. FC Kaiserslautern lange Zeit das Nachsehen. Der Ausgleichstreffer und ein anschließender Platzverweis für die Niedersachsen ließ die Partie aber auf Seiten der Roten Teufel kippen - dank einer geschlossenen Mannschaftsleistung. Umjubelt wurde vor allem der Führungstreffer von Semih Sahin.

"Das war eines der besten Tore"

Zum ersten Mal seit seinem Wechsel von der SV Elversberg zum 1. FC Kaiserslautern saß Semih Sahin auf der Bank. Cheftrainer Torsten Lieberknecht nahm den Mittelfeldspieler, der für eine Millionensumme wechselte, in Schutz. "Semih ist, seit er hier ist, in der Situation, dass er sich sehr viel Druck macht, seinen Transfer zu rechtfertigen", erklärte der Coach bei "der-betze-brennt". Und fügte hinzu, wie er damit umging: "Ich habe ihm gesagt, dass er das nicht machen soll, weil ich als Trainer mit ihm hochzufrieden bin. Weil er nie ohne Leidenschaft spielt."

So kam Sahin dieses Mal als Joker in die Partie - und sorgte für den umjubelten Führungstreffer in der zweiten Minute der Nachspielzeit. "Ich glaube, das war eines der besten Tore, die ich je geschossen habe. Schon alleine, weil der Zeitpunkt so besonders war", freute sich der 26-Jährige. Wenig später legte er noch den dritten Treffer auf, aber entscheidend war das erste Tor im FCK-Trikot. Auch Luca Sirch hielt fest: "Heute hat man auch gesehen, was für eine Einheit wir sind. Beim 2:1 ist wirklich jeder zu Semih gerannt."

"Fahre sehr zuversichtlich nach Schalke"

Der 3:1-Sieg zum Auftakt war für die Lautrer wichtig, um den Anschluss an die Aufstiegsränge zu halten. Mehr sogar noch: Unter den Mannschaften zwischen Platz 1 und Platz 7 waren die Roten Teufel das einzige Team, dass zum Jahresstart gewinnen konnte. Trotz Rückstand, aber erst recht nach einer Roten Karte gegen Hannover. "Wir haben nach dem Rückstand gut die Ruhe bewahrt. Nach dem Platzverweis und der Euphorie, die von außen kommt, kann es schnell passieren, dass man überdreht", erzählte FCK-Kapitän Marlon Ritter. "Wenn man dann kurz vor Schluss zwei Tore macht vor unserer Kurve - da gibt es nicht viele schönere Sachen."

Das Duell mit Hannover 96 war der Auftakt eines beschwerlichen Programms. Lautern trifft nun in Reihenfolge auf Schalke, Elversberg und Darmstadt - die drei Führenden in der Tabelle. "In der Rückrunde müssen wir jetzt mehr Konstanz reinbringen. Das war in der Hinserie ein bisschen das Problem. Ich fahre aber sehr zuversichtlich nach Schalke", betonte Sirch stellvertretend für die Mannschaft. Und Top-Torjäger Ivan Prtajin meldete sich auch noch zurück, indem er den wichtigen Ausgleich für den FCK erzielte. "Ich habe immer noch Muskelprobleme, das habe ich beim Tor gemerkt. Mein Körper ist noch nicht bei 100 Prozent. Aber es wird", zeigte sich der Mittelstürmer ebenfalls ehrlich - und optimistisch, wie es am Betzenberg nun generell der Fall ist.

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