Grünes Licht: Fan-Rückkehr mit maximal halber Auslastung

Knapp zweieinhalb Wochen, bevor am 23. Juli mit dem Spiel zwischen Schalke 04 und dem Hamburger SV die neue Zweitliga-Saison eröffnet wird, hat die Politik am Dienstag grundsätzlich grünes Licht für die Fan-Rückkehr in den deutschen Profiligen gegeben.

Zwei Bedingungen

Demnach dürfen die Stadien maximal zur Hälfte belegt werden, höchstens jedoch mit 25.000 Fans. Diesen Beschluss fassten am Dienstag die Chefs der Staats- und Senatskanzleien. Allerdings müssen zwei Voraussetzungen für die Fan-Rückkehr erfüllt sein: Zum einen darf der Inzidenzwert im jeweiligen Stadt- beziehungsweise Landkreis nicht oberhalb von 35 liegen (in Baden-Württemberg gilt eine Obergrenze von 50). Derzeit liegen alle Städte und Kreise unterhalb der Grenze, die Bundesinzidenz liegt mit Stand von Dienstag bei 4,9.

Zum anderen ist die Freigabe durch die Behörden vor Ort erforderlich - sie haben, wie in der Vergangenheit auch, das letzte Wort. Um Zutritt zum Stadion zu erhalten, müssen die Fans entweder getestet, vollständig geimpft oder nach einer Corona-Erkrankung genesen sein. Zudem sind die geltenden Hygieneregeln und das Abstandsgebot einzuhalten. Die Tickets werden personalisiert sein. "Es ist wichtig, dass wir eine gemeinsame Linie bei länderübergreifenden Sportveranstaltungen und anderen Großveranstaltungen, insbesondere im Bereich der Kultur, gefunden haben", so Malu Dreyer, Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz.

Bayern und Hamburg planen vorsichtiger

Die beschlossenen Vorgaben orientieren sich "an der Laufzeit der epidemischen Lage von nationaler Tragweite, die bis zum 11.09.2021 befristet ist", heißt es in der Beschlussfassung, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Zu einem späteren Zeitpunkt seien "bei fortschreitenden Impfungen und allgemeiner Verbesserung der pandemischen Situation weitere Erleichterungen in Richtung Normalbetrieb" möglich. Überstürzt werden soll aber nichts: "Niedrige Inzidenzen machen Großveranstaltungen wieder möglich. Das wollen wir keinesfalls durch Leichtsinn gefährden“, mahnte Dreyer. "Wir sehen leider bei den großen Spielen der EM, welche Folgen zu viele Menschen bei unzureichenden Schutzmaßnahmen im Stadion haben."

In Bayern dürfen die Stadien vorerst nur zu 35 Prozent ausgelastet werden, da der Freistaat aufgrund der Delta-Variante steigende Fallzahlen befürchtet und zunächst einen vorsichtigen Kurs fahren will. In Hamburg haben die Behörden dem HSV (17.100) und dem FC St. Pauli (9000) eine 30-prozentige Auslastung für das jeweils erste Heimspiel gestattet. Ob Gästefans in den Stadien erlaubt sein werden, steht noch nicht fest. Eine Entscheidung darüber wird am 14. Juli bei der Mitgliederversammlung der DFL fallen.

 

Wie viele Fans möglich wären

Die Tabelle zeigt die Anzahl der maximal möglichen Zuschauer bei einer Auslastung von 50 Prozent

VereinStadionZuschauerzahl
FC Schalke 04Veltins-Arena25.000*
Fortuna DüsseldorfMerkur Spiel-Arena25.000*
Hannover 96HDI-Arena24.600
Werder BremenWohninvest Weserstadion21.050
1. FC NürnbergMax-Morlock-Stadion17.500*
Hamburger SVVolksparkstadion17.100*
Dynamo DresdenRudolf-Harbig-Stadion16.120
Hansa RostockOstseestadion15.000
Karlsruher SCBBBank Wildpark10.000
FC St. PauliMillerntor-Stadion9.000*
Erzgebirge AueErzgebirgsstadion8.200
SV SandhausenBWT-Stadion am Hardtwald7.700
1. FC HeidenheimVoith-Arena7.500
Holstein KielHolstein-Stadion7.500
SC Paderborn Benteler-Arena7.500
SV Darmstadt 98Merck-Stadion am Böllenfalltor7.300
FC IngolstadtAudi-Sportpark5.320*
SSV Jahn RegensburgJahnstadion5.300*

*Bei Nürnberg, Regensburg und Ingolstadt ist eine Auslastung von 35 Prozent berechnet worden, beim HSV und St. Pauli 30 Prozent. Und bei Düsseldorf und Schalke wurde die maximal erlaubte Zuschauerzahl von 25.000 berücksichtigt.

Das könnte Sie auch interessieren

Auch interessant

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"