Hannes Drews: "Wir haben uns die drei Punkte geschenkt!"

Auch wenn der Winter das Erzgebirge noch spürbar im Griff hat, die Veilchen blühen weiter auf. Dank dreier Auswärtsstore siegen die Sachsen an der Donau beim SSV Jahn Regensburg und springen nach einen Monat wieder auf einen Nichtabstiegsplatz. Im Abstiegskampf bleibt es aufgrund der starken Konkurrenz weiterhin eng, 40 Punkte reichen in diesem Jahr nicht zum Klassenerhalt.
Abgezockt und Ausgeglichen
Seit September warten die Fans im Erzgebirge auf einen Auswärtssieg ihrer Mannschaft. So machten sich am Ostersonntag mehr als 2000 Auer Fans auf den Weg in die Oberpfalz und sorgten für eine Heimspielatmosphäre. Der Funke sprang sofort über, bereits nach zwei Minuten verbuchte Aue-Stürmer Munsy die erste Torchance für die Gäste. Regensburg, die mit 40 Punkten auf Rang vier noch ins Aufstiegsrennen eingreifen konnten, brauchten lange um offensiv ins Spiel zu finden. Mit hohen Pressing und aggressiven Zweikampfverhalten versuchten die Hausherren Druck zu erzeugen. Mit Christian Tiffert vertraute Trainer Hannes Drews wieder auf seinen spielstärksten Mann in der Innenverteidigung. Der Routinier sorgte für die nötige Ruhe und Aue befreite sich im Laufe der ersten Halbzeit aus dem Griff der Regensburger und fand die Lücken in der aufgerückten Abwehr der Rot-Weißen. In der 27. Minute belohnten sich die Auer für ihre Bemühungen. Nazarov leitete eine scharfe Hereingabe auf Rechtsverteidiger Rizzuto weiter, Munsy und Köpke kreuzten im Zentrum und die Flanke von Rizzuto landete bei Köpke, der vollstreckte zur Auer Führung. Schnell, direkt und trocken im Abschluss, das Umschaltspiel der Erzgebirger bereitete den Hausherren größte Probleme. Regensburg bemühte sich um eine Antwort, doch direkt vor der Pause schlugen die Veilchen erneut zu. Wieder war es Nazarov, der dieses Mal Munsy mit einem Diagonalpass bediente. Der Schweizer Neuzugang machte noch einen Haken, setzte sich mit etwas Glück gegen zwei Regensburger durch und traf ins lange Eck, 0:2.
Köpke stoppt Regensburger Hoffnung
Einen Leerlauf sollte es auch im zweiten Durchgang nicht geben. SSV-Trainer Beierlorzer reagierte und brachte mit Mees einen weiteren Stürmer und stellte damit einen dritten Angreifer in den Auer Strafraum und machte in der Abwehr auf. Dieses hohe Risiko hätten die Veilchen beinahe bestraft, wieder war es Munsy, doch der Schweizer scheiterte nach einem langen Zuspiel frei vor Jahn-Keeper Pentke. Statt dem 0:3 fiel auf der anderen Seite der Anschlusstreffer, Abwehrchef und Standardspezialist Knoll trat an und verwandelte einen direkten Freistoß aus 20 Metern. Hertner fälschte die Kugel für Keeper Männel noch unhaltbar ab. Aufholjagden liegen den Donaustädtern, bereits 17 Punkte holte man nach einem gegnerischen Rückstand. Aue schüttelte sich jedoch nur kurz und stach wieder in einer Regensburger Drangphase eiskalt zu. Ein langer Befreiungsschlag flog Köpke genau auf den Fuß und der Stürmer ließ sich nicht mehr stoppen, 1:3. In der Folge stellten sich die Abwehr der Erzgebirger noch tiefer und machten die Box mit allen Verteidigern zu. Der Jahn versuchte mit langen, hohen Bällen in den Strafraum zu gelangen. Eine Lücke boten die Gäste nicht mehr an und nutzten die freien Räume für weitere Konter. Munsy, Rizzuto und Bunjaku hätten das Ergebnis noch erhöhen können, wenn es für Hannes Drews nach dem Spiel einen Kritikpunkt gab, dann war es die mangelhafte Chancenverwertung in der zweiten Hälfte. So blieb es beim 1:3, die Veilchen holen ihren ersten Auswärtssieg im Jahr 2018 und ziehen in der Tabelle an Heidenheim vorbei auf Rang 15.
Keine Entspannung im Abstiegskampf
Viel enger kann es in der 2. Liga nicht mehr sein, Ingolstadt auf Rang 4 und Aue auf Platz 15 trennen nach dem 28. Spieltag nur vier Zähler. So sehr sich ganz Aue über die aktuelle sportliche Lage freuen kann, eine Ruhepause dürfen sich die Kicker nicht nehmen, bereits am Samstag gastiert der FC St. Pauli im neuen Erzgebirgsstadion. Mit einer starken defensiven und vor allem spielerisch überzeugenden Leistung verlor die Mannschaft von Hannes Drews keines ihrer letzten sieben Spiele. Im Sturm ruhen die Hoffnungen auf Pascal Köpke, mit neun Treffern ist der Angreifer auch gegen die Hamburger gefordert.