• Facebook
  • Twitter

Hansa folgt Dresden in die 2. Liga – Ingolstadt in der Relegation

IMAGO

Der F.C. Hansa Rostock steht nach Dynamo Dresden als zweiter Aufsteiger in die 2. Bundesliga fest. Am Samstagnachmittag spielte die Kogge gegen den VfB Lübeck 1:1 und kehrt damit nach neun Jahren in die 2. Bundesliga zurück. Der FC Ingolstadt, dem nach einem 3:1 gegen 1860 München drei Tore zum direkten Aufstieg fehlten, spielt in der Relegation.

Der lange Weg zurück

Lange 3.303 Tage ist es her, dass die Kogge am 6. Mai 2012 im Heimspiel gegen Greuther Fürth (2:2) zuletzt in der 2. Bundesliga auf dem Platz stand, neun Jahre später darf sich Hansa nun wieder Zweitligist nennen. Die Rückkehr in das Bundesliga-Unterhaus war ein weiter und steiniger Weg, der von vielen Rückschlägen und einem Fast-Abstieg in die Regionalliga begleitet wurde. Trotz großer Ambitionen belegte Hansa in den ersten zwei Drittliga-Jahren nur einen enttäuschenden Mittelfeldplatz und musste in der Saison 2014/15 sogar um den Klassenerhalt zittern. Dass die Kogge trotz einer Niederlage in Dresden am letzten Spieltag nicht abstieg, war einzig dem FC Rot-Weiß Erfurt zu verdanken, der gleichzeitig gegen die SpVgg Unterhaching gewann. Mit nur 41 Punkten aus 38 Spielen belegte die Kogge am Ende Rang 17 und hatte zudem Glück, dass es damals nur drei Absteiger gab – sonst wäre Rostock erstmals in seiner Vereinsgeschichte nur noch viertklassig gewesen.

Richtig bergauf ging es anschließend aber immer noch nicht: Nach Platz 10 in der Saison 2015/16 spielte Rostock ein Jahr später erneut gegen den Abstieg und kam als 15. ins Ziel. Erst als Pavel Dotchev vor der Spielzeit 2017/18 kam, rückte die 2. Liga in Sichtweite, am Ende wurde Hansa Sechster. Endgültig Kurs auf das Bundesliga-Unterhaus nahm Rostock mit der Verpflichtung von Trainer Jens Härtel im Januar 2019. Auch der Meistertrainer des 1. FC Magdeburg wurde mit der Kogge zweimal Sechster, spielte dabei aber jeweils bis zum Ende um den Aufstieg mit. Nachdem es in der vergangenen Saison knapp nicht reichte, lief in dieser Serie nun alles perfekt zusammen.

Viele Erfolgsfaktoren

Von Anfang an war Rostock oben mit dabei, kleinere Schwächephase einmal ausgenommen. 29 Punkte nach 19 Spielen bedeuteten zum Ende der Hinrunde zwar "nur" Rang sechs, doch mit Beginn der Rückrunde nahmen die Ostseestädter dann so richtig Fahrt auf: 19 Spiele, 13 Siege, nur eine Niederlage und gerade mal 13 Gegentore – kein Team war in diesem Zeitraum erfolgreicher. Was Hansa in dieser Saison besonders ausgezeichnet hat, ist die große Mentalität. Mehrmals holte die Härtel-Elf ganz späte Siege – etwa beim 3:2 gegen Verl, beim 2:1 gegen Kaiserslautern und beim 3:2 gegen Meppen. Unvergessen auch der gehaltene Elfmeter von Markus Kolke beim Spiel gegen den KFC Uerdingen. Nach Führung hat Hansa zudem nie verloren, nur einmal (1:1 gegen Ingolstadt) gab die Kogge noch Punkte ab. Es ist vor allem die mannschaftliche Geschlossenheit, die ausschlaggebend für den Aufstieg war. Denn anders als in den letzten Jahren, als Rostock immer wieder entscheidend beim Kampf um die 2. Liga patzte, war Hansa nun da.

Auch hinter den Kulissen haben es die Verantwortlichen um Vorstandschef Robert Marien geschafft, die Kogge nach wilden Jahren wieder in ruhige Fahrwasser zu führen – belohnt wird das mit dem Aufstieg in die 2. Bundesliga. Im Unterhaus will sich Rostock nun etablieren und nicht wie nach dem letzten Aufstieg 2011 direkt wieder absteigen. Die Voraussetzungen stehen gut, alle Leistungsträger stehen weiterhin unter Vertrag. Auch die Verträge von John Verhoek, Nik Omladic und Philip Türpitz haben sich durch den Aufstieg automatisch verlängert.

Ingolstadt in der Relegation

In der Relegation um den Aufstieg kämpft nun FC Ingolstadt, der sich gegen 1860 München mit 3:1 durchgesetzt hat. Bereits am kommenden Donnerstag (27. Mai, 18:15 Uhr) steht gegen den 16. der 2. Bundesliga das Hinspiel im Audi-Sportpark an. Wer der Gegner wird, entscheidet sich am Sonntag. Mit Jahn Regensburg, dem SV Sandhausen, dem VfL Osnabrück und Eintracht Braunschweig kommen noch vier Klubs infrage. Das Rückspiel findet am Sonntag, den 30. Mai (13:30 Uhr) im Stadion des Zweitligisten statt. Das ZDF und DAZN übertragen jeweils live.