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Hansa Rostock: SPD bringt Stadion-Neubau ins Spiel

IMAGO

Vor 20 Jahren wurde das Ostseestadion modernisiert, nun ist der Zeitpunkt erneut gekommen, dass Reparaturen vorgenommen werden müssen. Dieses Vorhaben wird jedoch teurer als gedacht. Weshalb es aus der Politik Vorschläge zu einem Neubau am Stadtrand gibt. Dies hätte mehrere Vorteile.

Mehr Schäden als angenommen?

Die Idee des Neubaus brachte nun der SPD-Landtagsabgeordnete Ralf Mucha ins Spiel. Statt einer Modernisierung solle am Standrand eine neue Arena gebaut werden, die nicht nur Hansa nutzen soll. So könnten auch Konzerte und Großveranstaltungen stattfinden und "andere Spitzenteams aus dem Land" könnten die Spielstätte nutzen, sagte Mucha der "Ostseezeitung".

Der aktuelle Plan lautet, das Stadion an die Stadt Rostock zu verkaufen. Doch die Umsetzung könnte scheitern. So soll ein Gutachten eines Bau-Beratungsunternehmens Fragen zum wirklichen Zustand des Stadions aufwerfen. Laut des Berichts könnte die Betonkonstruktion der Tribüne "stärker in Mitleidenschaft gezogen sein als bisher angenommen". Deshalb würde eine Sanierung mehrere Millionen Euro kosten. Was die Stadt als potentiellen Käufer abschreckt.

Miet-Vorstellungen weit auseinander

Zudem soll es eine große Diskrepanz bei der Miete geben. Die Stadt denke über 700.000 bis 900.000 Euro pro Jahr nach. Hansa hingegen möchte angeblich nur eine halbe Millionen Euro zahlen. Deshalb könne ein Neubau "die bessere Lösung sein", so Mucha. Er denke über einen Bau mit schließbarem Dach nach. Bei Konzerten und Fußballspielen könnte dieses geöffnet werden, bei anderen Veranstaltungen zu sein.

Solch ein Vorhaben wäre sicherlich im hohen zweistelligen Millionenbereich anzusiedeln. Dennoch könne es sich laut Mucha lohnen. Auch, weil es am aktuellen Standort Probleme mit zu wenigen Parkplätzen, Anwohnern und der Anreise bei Gästefans bei Risikospielen gebe. Ein passender Ort für den Neubau könnte demnach auf der "grünen Wiese" in Schutow sein. Dort hätte Hansa auch den nötigen Platz, um die Pläne für den Ausbau des Nachwuchsleistungszentrums voranzutreiben und weitere Trainingsplätze anzulegen. Doch selbst wenn der Plan umgesetzt wird: Bis zur Fertigstellung würden viele Jahre vergehen.

"Mit uns hat niemand gesprochen"

Das alte Ostseestadion könnte dann für andere Sportarten dienen. Auch neue Wohnungen oder eine neue Zentralklinik wären denkbar. Laut "OZ" gilt der Pachtvertrag für die Flächen, auf denen das Stadion steht, allerdings noch bis 2074. Hansa-Vorstandschef Robert Marien sagte auf Nachfrage, er kenne diese Pläne nicht. "Mit uns hat niemand gesprochen." Auch im Rathaus herrscht Zurückhaltung. "Der Standort Hansaviertel gehört zur Seele des FC Hansa", sagte Vize-OB Chris von Wrycz-Rekowski (SPD). Ein Neubau wäre finanziell nicht stemmbar. "Erst wenn Hansa Champions-League spielt".