Heidenheim knackt 40-Punkte-Marke, MSV taumelt Abstieg entgegen
Der komfortable Klassenerhalt wurde vor Saisonbeginn ausgerufen und der komfortable Klassenerhalt ist es dann auch geworden. Mit dem 0:2 (0:1) Auswärtserfolg beim Tabellenschlusslicht aus Duisburg erreichte der 1. FC Heidenheim die „magische“ 40-Punkte-Marke. Sebastian Griesbeck und Bard Finne trugen sich dabei in die Torschützenliste ein.
Traumtor schockt den MSV
Für den MSV war das Spiel gegen Heidenheim wohl die letzte Chance, um doch noch irgendwie den Relegationsplatz erreichen zu können. Auf dem Platz merkte man davon zunächst nichts. Die Gäste diktierten von Beginn an das Geschehen. Pech hatte Marcel Titsch-Rivero, als er nach einem Einwurf am Fünfmetereck an den Ball kann, mit seinem satten Schuss aber nur die Unterkante der Latte traf (7.). Das war für die Zebras das Zeichen selbst am Spiel teilzunehmen, was ihnen auch eindrucksvoll gelang. Im Anschluss eines Freistoßes setzte Stanislav Iljutcenko zum Kopfball an, aber Jan Zimmermann konnte den wuchtigen Kopfball aus kurzer Entfernung entschärfen. In der Folge hatten die Duisburger deutlich mehr vom Spiel. Zu Torchancen kamen sie aber nicht, da die Defensive des FCH gewohnt sicher stand und spätestens am Strafraum die Angriffe der Duisburger zu unterbinden wusste. „Wir waren einige Minuten raus aus der Partie. Wir standen zu tief und haben kein gutes Pressing gespielt. Dennoch haben wir sehr clever und routiniert verteidigt“, so Frank Schmidt. Wie so oft, wenn man unten in der Tabelle steht, kassiert der MSV dann wie aus dem Nichts das 0:1. Dabei ist auch die Art und Weise wie das Tor fiel sehr bitter für die Meidericher. An der Seitenlinie kam der Ball zu Griesbeck, der mit einer Körpertäuschung sich etwas Luft verschaffen konnte. Griesbeck zog nach Innen und fand keine Anspielstation, weshalb er es einfach Mal aus der Distanz probierte. Aus etwas mehr als 30 Metern flog der Ball dann punktgenau an den Innenpfosten, von wo aus er dann ins Tor sprang (24.). Ein Sonntagsschuss am frühen Freitagabend versetzte dem MSV einen weiteren Tiefschlag in Sachen Abstiegskampf. Diese ließen sich aber auch davon nicht beirren und spielten weiter sehr gefällig mit. Nach einer feinen Kombination war Kevin Wolze zuletzt am Ball, aber verfehlte den Ausgleich um Haaresbreite (41.). Nicht minder knapp ging es beim Freistoß von Marc Schnatterer zu, der aus aussichtsreicher Position an der Mauer hängen blieb, aber dadurch wurde Michael Ratajczak in die falsche Ecke geschickt. Glück für ihn, dass der Ball ebenso knapp am Tor vorbei ging, wie kurz zuvor beim Schuss von Wolze.
Blitztor setzt MSV matt
Nach der Pause schien sich der MSV etwas zu rehabilitieren. Die ersten Minuten gaben den Fans Hoffnung, dass das Spiel doch noch zu drehen ist. Dann aber kam es so, wie es kommen musste. Nach einem individuellen Fehler des MSV steckte Denis Thomalla den Ball zu Finne durch. Dieser drang in den Strafraum ein und traf aus spitzem Winkel zum 0:2 (49.). Nicht nur, dass der Treffer aus einer Abseitsposition heraus entstand, auch sah Ratajczak beim Gegentreffer nicht gerade glücklich aus. Damit war das Spiel dann auch entschieden. Der MSV probierte es zwar noch einmal, aber entwickelte im Angriff keine Durchschlagskraft. „Der MSV hat alles dafür getan zurückzukommen, aber wir haben in letzter Konsequenz sehr gut verteidigt“, fasste Schmidt das Spiel zusammen. Die Partie verlor deutlich an Schwung und Qualität nach dem zweiten Treffer, weshalb man Highlights wie aus dem ersten Spielabschnitt vergeblich suchte. Heidenheim kam das aber nicht ungelegen. Diese verwalteten den Vorsprung sehr geschickt und etablierten sich mit diesem Sieg sogar in der oberen Tabellenhälfte. Dass durch das erreichte Saisonziel die Saison für die Heidenheimer aber nicht beendet ist, stellt Schmidt unmissverständlich klar. Auch vergangene Spielzeit wurde der Klassenerhalt bereits vorzeitig gesichert und dennoch spielte der FCH die Saison so zu Ende, wie es sich gehört und musste keine weitere Niederlage mehr hinnehmen. Verlieren verboten ist auch das Motto des MSV Duisburg. Sechs Spiele sind noch zu absolvieren, um die sechs Punkte auf den Relegationsplatz doch noch irgendwie aufholen zu können. Mit der gezeigten Leistung wird es aber nahezu unmöglich, da vor allem im Offensivspiel der MSV erhebliche Defizite aufwies.