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Heidenheim: Trotz 2:0-Führung kein siebter Streich

Sechs Spiele lang hielt die Serie der Heidenheimer Heimserie. Am siebten Heimerfolg waren die Schwaben dann ganz nah dran und trotz einer zwei Tore Führung musste in der Nachspielzeit der Ausgleichstreffer hingenommen werden. Für die Heimfans Grund Genug, die Ursache zu suchen und so stellte sich FCH-Coach Frank Schmidt den zum Teil aufgebrachten Fans vor der heimischen Tribüne.

Fußball zum Abgewöhnen

Schon gegen den VfL Bochum gingen die Heidenheimer als glücklicher Sieger hervor. Nun mussten sie sich gegen Arminia Bielefeld mit einem Remis begnügen, obwohl genügend Chancen vorhanden waren. Doch viel mehr als die Enttäuschung über das Ergebnis, überwiegte das Gefühl wieder einmal einen Vorsprung nicht sicher über die Zeit gebracht zu haben und zusätzlich die Einschätzung, dass sich einige Spieler herausnehmen und nur physisch anwesend sind, mit dem Kopf jedoch völlig abwesend wirken. In der ersten Halbzeit standen zwei Mannschaften auf dem Feld, die sich neutralisierten, positiv ausgedrückt. Beide Teams standen defensiv sehr gut, aber hatten nach vorne keinen Einfall mit einem gelungenen Spielzug oder mit einer Spielidee das gegnerische Tor in Gefahr zu bringen. Auf Seiten der Schwaben merkte man das Fehlen von Marcel Titsch-Rivero (Reservebank) spürbar. Stattdessen war mit Mathias Wittek ein gelernter Innenverteidiger auf die Sechserposition gerückt. Der zwar mit dafür gesorgt hat, dass die Arminia im Angriffsdrittel kaum Durchschlagskraft entwickelte, aber im Offensivspiel und Aufbauspiel technisch limitiert war. Die beiden Strafräume blieben verwaist. Die Ostwürttemberger hatten weitaus größere Probleme, als die Arminen sich konstruktiv nach vorne zu spielen. Lange Bälle, viele Luftduelle und dafür kaum ein Kurzpassspiel und wenig Einfallsreiches. Es war wie so oft Marc Schnatterer, der für das einzige Highlight eines erschreckend schwachen ersten Durchgangs sorgen musste. Ein Freistoß aus 30 Metern brachte Schnatterer direkt im Tor unter. Ähnliches gelang ihm in dieser Saison bereits gegen den 1. FC Kaiserslautern und Union Berlin. Nun hatte auch Stefan Ortega das Nachsehen gegen den Topscorer der Schwaben. „In der ersten Halbzeit hat es insgesamt wenig Torraumszenen gegeben, weil beide Mannschaften gut organisiert waren. Wir und der Gegner haben im Prinzip nichts zugelassen“, so Schmidt zum ersten Spielabschnitt.

Heidenheim mit Chancen, Bielefeld mit Toren

Das Positive für die ganzen 10.300 Zuschauer war, dass die zweite Halbzeit gar nicht schlechter werden konnte. Erwähnenswert: Nach 55 Minuten gab es den ersten Eckball für die Hausherren. Heidenheim verpasste zwar in Form von Kevin Kraus das 2:0, aber dies sollte kurze Zeit später durch Maxi Thiel folgen, der platziert abschloss (62.). Doch Bielefeld antworte prompt und Julian Börner traf nach einer sehenswerten Direktabnahme (66.). „Im Anschluss daran haben wir es einfach verpasst, das 3:1 zu machen. Wir hatten dazu zwei, drei hundertprozentige Torchancen. Wenn wir da das Tor machen, kommt Bielefeld nicht mehr zurück.“ Damit meint Schmidt die Chancen durch den eingewechselten Robert Glatzel, der den freistehenden Nikola Dovedan übersah. Olivera Steurer, der nach einem Eckball nur die Latte traf und Schnatterer, der zu lange zögerte. So kam es wie es kommen musste und der Ex-Heidenheimer Andreas Voglsammer traf in der Nachspielzeit zum 2:2. Schnatterer versuchte zwar noch einmal das Spiel schnell zu machen und warf einen Einwurf zum startenden Glatzel, der den Ball jedoch nicht erlaufen konnte. Daraufhin war Schluss und die Heidenheimer Fans hatten ihren Schuldigen gefunden. Glatzel lief nur halbherzig dem Ball nach und zeigte nach seiner Einwechslung auch sonst kaum eine gelungene Aktion. Dieser lasche Auftritt und die Erkenntnis wieder eine Führung verspielt zu haben, wurde von den Fans so nicht akzeptiert. Nur wenige Spieler und Schmidt erklärten direkt vor der Tribüne ihre Sicht der Dinge. Zudem wurde ein Feuerzeug auf das Spielfeld geworfen, welches sich Ortega schnappte und dieses dann zurück in die Zuschauermenge warf, was die bereits aufgeheizte Stimmung auf Seiten der Heimfans weiter befeuerte. Mit wohl nicht allzu großen Erwartungen warten die Schwaben nun auf die bevorstehenden Auswärtsaufgaben in Dresden und Kiel.