Heidenheim vergibt sicher geglaubten Sieg spät
Über 80 Minuten lang deutete vieles auf einen Drei-Punkte-Sonntag für den 1. FC Heidenheim hin. Doch Enrico Valentini hatte etwas dagegen und sorgte mit seinem Last-Second-Treffer für einen Stimmungsdämpfer auf Seiten der Heidenheimer. Der frühe Treffer von Arne Feick reichte dem FCH also nicht, um dieses Mal als knapper Sieger vom Platz zu gehen.
Offensive Viererkette für mehr Spielwitz
Unter der Woche war der 1. FCH zu Gast auf St. Pauli. Die knappe 1:0 Niederlage schmerzte weniger, als die Tatsache, dass sich die Heidenheimer über die gesamten 90 Minuten keine einzige Torchance herausspielten konnten. Trainer Frank Schmidt handelte und richtete sein Team gegen den KSC sehr offensivfreudig aus. Sebastian Griesbeck agierte als einziger Abräumer vor der Vierkette. Vor ihm wurde ebenfalls eine Viererreihe aufgeboten. Mit Robert Leipertz, Marc Schnatterer, Smail Morabit und Ben Halloran war diese sehr prominent besetzt. Als einzige Spitze fungierte Daniel Frahn. Damit setzte Schmidt ein Zeichen und wollte durch die technisch versierten Offensivspieler einen flachen und flüssigen Kombinationsfußball sehen. Die ersten Minuten gaben Grund zur Hoffnung. Der erste Angriff wurde fein herausgespielt, aber letztendlich blieb Schnatterer mit seiner Flanke an seinem Gegenspieler hängen und es gab nur Eckball. Diesen trat der Kapitän selbst. Scharf beförderte er den Ball an den Fünfmeterraum, wo Arne Feick völlig unbedrängt zum 1:0 einköpfen konnte. „Wir haben sehr gut ins Spiel gefunden und waren nach einem Standard erfolgreich. Nach 20 Minuten kam der KSC besser in die Partie und hatte auch deutlich mehr Ballbesitz, richtig gefährlich wurde es in unserem Strafraum aber nicht“, fasste Schmidt die ersten 45 Minuten zusammen. Der KSC war optisch zwar überlegen und brachte überwiegend über rechts auch einige Flanken in den Strafraum des FCH, aber die Innenverteidigung der Heidenheimer klärten sämtliche Bälle problemlos. Die beste Chance ergab sich dann aber auf der anderen Seite. Daniel Frahn wurde mit einem herrlichen Pass in die Gasse freigespielt. KSC Torhüter Dirk Orlishausen kam sehr schnell aus seinem Tor heraus und so wurde der Winkel für Frahn zu spitz und er scheiterte mit seinem Schuss am gut reagierenden Orlishausen.
Leipertz zirkelt vorbei, Valentini macht´s besser
Der zweite Spielabschnitt begann ziemlich zäh. Viele Nickligkeiten prägten die Partie. Der KSC war weiterhin spielbestimmend, aber nur wenig effektiv. Wenn sich eine gefährliche Aktion ergab, dann auf das Gehäuse von Orlishausen. So machten die Heidenheimer nach einem Ballgewinn das Spiel schnell und kamen so bis zur Strafraumkante. Dort setzte Leipertz zum Schuss an und zirkelte den Ball nur um wenige Zentimeter am rechten Torwinkel vorbei. Das war es dann aber auch mit den guten Gelegenheiten. In der Schlussphase drängten die Gäste noch mehr auf den Ausgleich, aber erspielten sich keine klare Torchance. Sie wirkten verunsichert und spielten teils verheerende Fehlpässe. Doch die optische Überlegenheit sollte sich am Ende noch auszahlen. Auch hier musste dann eben ein Standard für den Treffer herhalten. Aus knapp 20 Metern zirkelte Valentini den Ball gefühlvoll über die Mauer. Morabit stand auf der Linie, aber konnte den Ball nicht wegköpfen. Jan Zimmermann sprang vergebens und erreichte den Ball mit den Fingerspitzen, aber konnte ihn nicht mehr um den Pfosten drehen. Umgehend danach war die Partie zu Ende. „Wenn du zu tief stehst und nicht das vorentscheidende zweite Tor machst, dann kann immer was passieren“, so Schmidt zum Ausgleichstreffer. Insgesamt waren die Heidenheimer gegenüber bemühten, aber nie wirklich zwingenden Gästen zu passiv. Mit etwas mehr Fortune hätte es dennoch für drei Punkte gereicht. So aber kann man sich nicht über den bitteren Ausgleichstreffer beschweren. Mit nur zwei Punkten verlief die englische Woche für die Heidenheimer wenig erfolgreich. Umso mehr ist man nun aber gewollt am nächsten Freitag den ersten Auswärtssieg der Saison in Frankfurt einzufahren.