Hertha in neuer "Berliner Luft“ immer besser akklimatisiert
Fabian Reeses Wiedersehen mit früheren Klubs machen in dieser Saison nur dem Angreifer von Hertha BSC Freude. Durch das 2:1 im Absteiger-Duell bei Schalke 04 feierte der frühere Junioren-Nationalspieler wie schon zuvor gegen die SpVgg Greuther Fürth und danach bei Holstein Kiel wichtige Erfolge mit der "alten Dame“ - und hatte in Gelsenkirchen durch seinen dritten Saisontreffer wie schon in Kiel als Torschütze besonders großen Anteil am Sieg.
"Emotionales Spiel an alter Wirkungsstätte“
Aus seinen gemischten Gefühlen "auf Schalke“ machte Reese nach Abpfiff kein Hehl. "Es war ein emotionales Spiel an alter Wirkungsstätte. Ich durfte hier meine ersten Schritte im Profibereich machen. Umso schöner ist, dass ich meinem Team helfen konnte, hier zu gewinnen“, meinte der 25-Jährige auf Berlins Vereinshomepage.
Reeses Selbsteinschätzung war aber nur wenig mehr als Understatement. Denn ohne seinen letztlich entscheidenden Treffer (51.) zur zwischenzeitlichen 2:0-Führung hätte der Erfolg der Gäste durchaus nochmal in Gefahr geraten können. "Es ist für uns gelaufen wie gemalt“, kommentierte Hertha-Coach Pal Dardai auf der Pressekonferenz Reeses dritten Torerfolg in den vergangenen fünf Spielen sechs Minuten nach dem Seitenwechsel.
Auf eine noch bessere Quote kann momentan Smail Prevljak verweisen. Mit seinem zweiten Tor in den jüngsten drei Begegnungen zur Pausenführung seiner Mannschaft schraubte der bosnische Nationalspieler seine Gesamtausbeute auf ebenfalls drei Saisontreffer. "Ich weiß gar nicht“, beschrieb der 28-Jährige hinter seinen besten Moment im Spiel, "wie der Ball zu mir gekommen ist, aber ich hatte den richtigen Riecher und das Gefühl, dass ich mein Bein reinstellen muss.“
Tabelle für Dardai bedeutungslos: "Fortschritt ist wichtig“
Trotz dieses ausgeprägten Mittelstürmer-Instinktes will Dardai den Routinier weiterhin lieber hinter den Spitzen einsetzen. "Wir versuchen ja, ihn ein wenig umzuschulen“, sagte Dardai und berichtete über einen Kniff in der Vorbereitung: "Für dieses Spiel haben wir aber gezielt darauf verzichtet, ihm am Laptop Laufwege oder taktisches Verhalten auf der ungewohnten Position vorzugeben, denn er sollte dieses Mal einfach einmal zeigen, was er kann. Das hat geklappt.“
Immer besser klappt auch Berlins Akklimatisierung im Unterhaus. Der dritte "Dreier“ aus den vergangenen vier Spielen hievte die Hertha nach dem enttäuschenden Saisonstart für die Länderspielpause immerhin auch schon in die obere Tabellenhälfte.
Dardai schenkte Platz neun allerdings mit Blick auf die Aufgabe zum Saisonwiederbeginn am 22. Oktober (Sonntag) beim 1. FC Nürnberg nicht allzu viel Beachtung: "Wichtig ist der Fortschritt, den ich sehen wollte, und weshalb ich vorher auch von einem Schicksalsspiel gesprochen habe. Die Mannschaft hat gelernt und einige Bonuspunkte gesammelt – aber sie muss immer noch viel lernen.“