Hinrundenfazit Heidenheim: Erwartungsgemäß Tabellenmittelfeld
Winterzeit heißt Transferzeit, von daher ruht der Ball in der Fußball Bundesliga. Das gibt uns Zeit das erste größere Fazit zu ziehen. Denn in der zweiten Liga wurden bereits 19 Partien absolviert. Viele Teams finden sich in Tabellenregionen, in denen sie sich zu Beginn der Saison nicht unbedingt gesehen haben. Anders der 1. FC Heidenheim, der nach besagten 19 Spielen, sich im breitgefächerten Mittelfeld der Liga wiederfindet. 24 Punkte bei einem Torverhältnis von 21:20 bedeuten Tabellenplatz elf. Im Folgenden schaut sich liga2-online.de die bisherige Saison vom 1. FC Heidenheim genauer an.
Top: Einsatz, Wille und Moral
Besonders die Grundtugenden zeichneten das Team von der Ostalb während der ersten Hälfte der Spielzeit aus. Mit den drei Pokalspielen, die das Team von Frank Schmidt auch allesamt gewonnen hat, absolvierte der 1. FCH 22 Pflichtspiele und gerade einmal in zwei oder drei Halbzeiten war die Mannschaft unterlegen und kam einfach nicht in die Partie. Ansonsten war man allen Gegnern mindestens ebenbürtig, auch wenn es an spielerischer Qualität oftmals fehlte. Dazu trug auch die unglaublich gute physische Verfassung bei, in welcher sich das Team befindet. So mussten einige Gegner bitterlich erfahren, wie schwer und auch eklig es ist gegen Heidenheim spielen zu müssen.
Flop: Tore und Torjäger
Es fällt nicht besonders schwer die Schwäche der Heidenheimer auszumachen. In dieser Saison hat die Mannschaft ein großes Problem vor dem gegnerischen Tor. In nur vier der bisher 19 Ligaspielen traf das Team öfters als einmal innerhalb der 90 Minuten in das gegnerische Tor. Dazu fehlt den Heidenheimern nach dem Abgang von Florian Niederlechner auch ein Torjäger. Smail Morabit und Robert Leipertz sind aktuell die erfolgreichsten Torschützen mit jeweils vier Treffern. Gefolgt von Marc Schnatterer mit drei Toren. Von den restlichen Stürmern im Kader trafen Adriano Grimaldi und Daniel Frahn jeweils einmal. Noch völlig ohne jeden Treffer sind Andreas Voglsammer und Neuzugang Felix Schröter.
Neuzugänge: Feick stellt alle in den Schatten
Arne Feick ist bisher die Entdeckung unter den Neuzugängen. Vom ungeliebten Ostalbnachbarn aus Aalen, den die Heidenheimer am vorletzten Spieltag der vergangenen Saison selbst in die dritte Liga geschossen haben, kam Feick, erspielte sich sofort einen Stammplatz und ist von diesem auch nicht mehr wegzudenken. Er überzeugt vor allem durch seine gefährlichen Standards, dabei ist es egal, ob er diese selbst ausführt, oder durch seine Kopfballstärke besticht. Doch auch Norman Theuerkauf, Ben Halloran und auch Kevin Müller entpuppten sich als gute Griffe und finden sich mit der Zeit immer besser im Team zurecht. Ebenfalls zu erwähnen ist der junge Tim Skarke, der aus der eigenen Jugend den Sprung in den Profikader geschafft hat und auch mit einem Treffer (1:0 gegen Duisburg) schon auf sich aufmerksam gemacht hat. Dagegen hat man sich von den Verpflichtungen von Ronny Philp, Sebastian Heidinger und Daniel Frahn deutlich mehr versprochen. Die jungen Dominik Widemann und Felix Schröter kamen nur vereinzelt zu Einsätzen, zeigten in diesen aber durchaus, dass sie dem Team weiterhelfen können. Ihnen wünscht man in der Rückrunde noch mehr Einsatzzeiten, um sich in einem längeren Zeitraum beweisen zu können.
Stärkster Spieler: Jan Zimmermann
Sucht man im Team des 1. FCH nach dem stärksten bzw. konstantesten Spieler der bisherigen Saison, kommt man um den Namen Jan Zimmermann nicht drum herum. Der Rückhalt im Heidenheimer Gehäuse zeigt Woche für Woche sehr starke Leistungen. Besonders herausragend sind seine Reflexe auf der Linie und die Stärke im eins gegen eins. Mit starken Paraden sicherte der Torhüter so seinem Team einige Punkte. Veton Berisha war der Spieler, der am meisten an Zimmermann verzweifelte. Der Fürther zog bei zwei 100%igen Torchancen gegen Zimmermann jeweils den Kürzeren und blieb gegen Heidenheim ohne eigenen Treffer. Dennoch unterlag Heidenheim am Ende spät mit 1:2.
Schwächster Spieler: Daniel Frahn
Die Diskrepanz zwischen den Erwartungen und der tatsächlichen Leistungsfähigkeit ist bei Daniel Frahn bisher am größten. Mit vielen Vorschusslorbeeren aus Leipzig gekommen, konnte er die große Erwartungshaltung der Heidenheimer nicht erfüllen. In Ihm sah man den Nachfolger von Niederlechner. Zu Saisonbeginn stand Frahn regelmäßig auf dem Platz, aber er blieb lange Zeit ohne eigenen Treffer. Erst am siebten Spieltag traf er gegen seinen Ex-Klub vom Elfmeterpunkt und sorgte damit für den 1:1 Endstand. Man hoffte, dass dies der Knotenlöser für ihn war, aber dem war nicht so. Es folgten vier weitere Einsätze ohne Torerfolg. Gegen Ende des Jahres stand Frahn nicht einmal mehr im 18-köpfigen Kader. Auf Wunsch des Spielers und nach einigen Gesprächen mit den Verantwortlichen wurde dann das Kapitel Frahn in Heidenheim auch schon wieder beendet. Mit sofortiger Wirkung schließt er sich dem Drittligisten Chemnitzer FC an.
Fazit: Im Soll und doch nicht ganz zufrieden
Eigentlich kann man mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden sein, aber dennoch gibt es einige Momente, in denen für die Heidenheimer noch mehr drin gewesen wäre. So wurden die letzten vier Heimspiele vor dem Jahreswechsel allesamt verloren. Zum Teil wurden auch einige Punkte in der Nachspielzeit noch vergeben, womit man eine komfortablere Ausgangsposition verspielt hat. Eine Premiere gab es im DFB-Pokal, wo die Heidenheimer zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte im Viertelfinale stehen und dort nun im Heimspiel die Hertha aus Berlin erwarten.
Ausblick: Klassenerhalt, nicht mehr und nicht weniger
Für den 1. FC Heidenheim wird es eminent wichtig sein, wie man in das neue Jahr startet. Die Auswärtspartie in Düsseldorf und das anschließende Heimspiel gegen Sandhausen können bereits früh als Wegweiser dienen. Dazwischen steht für die Schwaben noch das Schmankerl im DFB-Pokal auf dem Programm. Der Berliner Hauptstadtklub überzeugt derzeit im Fußballoberhaus. Doch vielleicht ist gerade diese schier aussichtslose Partie die Möglichkeit, dass man die aktuelle Heimschwäche ad acta legt und wieder zur alten Stärke zurückfindet. Die Priorität liegt jedoch ganz klar auf der Liga, denn dort will Schmidt möglichst früh die Klasse halten und mit etwas mehr Durchschlagskraft vor dem gegnerischen Tor, sollte dieses Unterfangen auch gelingen.