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HSV-Debakel: "Dieses Mal wurden wir bestraft"

Den 6. Spieltag seiner ersten Zweitliga-Saison in der Vereinsgeschichte werden alle Anhänger und Mitarbeiter des Hamburger Sportverein so schnell nicht vergessen. Der einstige Bundesliga-Dino erwischte am Sonntag im heimischen Volkspark einen rabenschwarzen Tag und ging gegen Jahn Regensburg verdient mit 0:5 unter.

Historische Niederlage

Die Leistung der Hanseaten war dabei eine Mischung aus Arroganz und Sorglosigkeit, später auch Frustration. Gegen die zielstrebige und schnörkellose Offensive des Jahn – um den herausragenden Sagis Adamyan – fanden die Rothosen beinahe keinerlei effektive Mittel und verursachten in der Defensive durch haarsträubende Fehler eine hohe und verdiente Führung der Gäste. Diese hätte insgesamt sogar noch höher ausfallen können, doch der Pfosten und Torhüter Julian Pollersbeck verhinderten gar ein 0:7 in der heimischen Arena. Überhaupt war es – zusammen mit einem 0:5 gegen die Bayern und den AS St. Etienne – die höchste Heimniederlage der Vereinsgeschichte für den HSV und somit eine historische Niederlage.

Niederlage eine Frage der Zeit?

Die Krönung setzte dem Spiel dann allerdings ein Hamburger auf, in Person von Aaron Hunt, der einen Elfmeter in der Schlussphase der 1. Hälfte als Rückgabe zu Torhüter Philipp Pentke spielte. Dementsprechend hart ging der ehemalige Bremer und Wolfsburger nach dem Spiel auch mit sich und der Mannschaft ins Gericht: "Wir haben heute die volle Breitseite abbekommen", wird der HSV-Homepage zitiert. "Wir müssen so ehrlich sein, dass sich diese Niederlage in den letzten Wochen schon etwas angedeutet hat. Wir haben bereits gegen Heidenheim und in Dresden glücklich gewonnen. Heute hatten wir nicht den einen Akteur in unseren Reihen, der einen Sahne-Tag erwischt hat. Auch die Offensive hatte ihre Probleme. Ich muss den Elfmeter natürlich machen, dann wird es vielleicht noch ein anderes Spiel. Ich wollte den Torhüter ausgucken, das ist mir nicht gelungen – so ist der Fußball. Wir haben heute wieder eine Menge individueller Fehler gemacht. Anders als in den letzten Wochen hat der Gegner diese diesmal eiskalt bestraft."

Noch keine Souveränität

Insgesamt hat der HSV in seinen sechs bisherigen Saisonspielen zweimal mit 0:3 und 0:5 böse Niederlagen einstecken müssen. Die Siege gegen Bielefeld, Heidenheim und Dresden offenbarten schon große Lücken in der eigenen Defensive und gegen den SV Sandhausen brauchte man die gütige Mithilfe der Hardtwälder zum Sieg. Von einer Souveränität in der Liga – von der man anhand des Marktwertes der Spieler ausgehen könnte – fehlt bisher jede Spur, sodass auch Trainer Christian Titz nicht widersprechen konnte: "Wir haben insgesamt heute einfach zu viele individuelle Fehler gemacht. Uns ist auch bewusst, dass wir zu viele Gegentreffer bekommen. Dieser Fakt wird eine Schwerpunkt unserer Analyse werden." Schon in der kommenden Woche beim Auswärtsspiel in Fürth wird der HSV ein anderes Gesicht zeigen müssen, da man mit dieser Leistung vom Sonntag keine Hoffnung auf Punkte haben sollte.