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HSV enttäuscht: "Brauchen nicht über Dinge wie den Aufstieg zu reden"

IMAGO / Hübner

Der HSV scheint sich erneut auf der Zielgeraden der Saison vom Aufstieg verabschieden zu müssen. Nach der 0:1-Niederlage bei Holstein Kiel bleiben die Hamburger sieben Punkte vom Aufstiegsrelegationplatz entfernt. Die Beteiligten gaben sich nach dem Spiel selbstkritisch.

"Waren nicht zwingend genug"

Fünf Spieltage vor Ende der Saison ist an der Elbe mal wieder Ernüchterung angesagt. Die Niederlage in Kiel verlief wie viele Spiele der Hamburger: Mit viel Ballbesitz, aber ohne Durchschlagskraft und Ertrag. Und genau das war es auch, was Kapitän Sebastian Schonlau nach der Partie bemängelte: " Wir waren insgesamt nicht zwingend genug." Auch sein Trainer Tim Walter pflichtete ihm bei. Der 46-Jährige Fußballlehrer lobte zwar die erste Halbzeit, in der es seine Mannschaft "sehr gut gemacht" hätte, kritisierte aber im gleichen Zuge den zweiten Spielabschnitt, der "fahrig und verkrampft" von seinem Team gespielt wurde. "Wir haben in der ersten Halbzeit unsere Chancen nicht genutzt. Und genau darum gehts: Wir arbeiten und investieren so viel, aber wir schaffen es noch zu selten, uns dafür zu belohnen", ärgerte sich Walter im Anschluss.

Einer der für die Belohnung hätte sorgen können, ist Robert Glatzel. Der Angreifer selbst vergab die größte Möglichkeit der Hamburger (54.) und war dementsprechend nach der Partie geknickt. "Wir sind total enttäuscht, diese Niederlage tut einfach weh. Wir haben gut angefangen, hatten auch die Chancen. Umso bitterer ist es, dass wir wieder in Rückstand geraten sind", analysierte der 28-Jährige. Dass bei dem frühen Gegentor, genau wie gegen den SC Paderborn in der vergangenen Woche auch, Bakery Jatta der Auslöser mit einem Ballverlust im Mittelfeld war, bewertete sein Trainer Tim Walter recht nüchtern: "Das kann passieren. Dafür sind wir eine Mannschaft, die so etwas gemeinsam auffängt", sagte er und nahm seinen Spieler in Schutz.

"Brauchen nicht über den Aufstieg reden"

Doch nicht nur die eigene Spielweise, sondern auch die Herangehensweise der Störche erregte bei den HSV Spielern Unmut. "Es war nicht leicht gegen elf Mann im Strafraum. Ich habe selten ein Spiel erlebt, in dem eine Mannschaft so tief steht", sagte etwa Sebastian Schonlau, der aber auch wusste, dass seine Mannschaft "gerade dann, mit diesen Chancen verantwortungsvoller" hätte umgehen müssen. Auch Teamkollege Robert Glatzel wusste: "Die frühe Führung hat Kiel natürlich in die Karten gespielt, so konnten sie noch defensiver auftreten. Das hat es für uns nicht einfacher gemacht, dennoch war es in der zweiten Halbzeit zu wenig."

Für Trainer Tim Walter gehörte die neuerliche Niederlage zur Entwicklung seiner Mannschaft dazu. "Wir werden daran weiter arbeiten", sagte Walter, stellte aber ernüchternd fest: "Wer keine Spiele gewinnt, der braucht nicht über Dinge wie den Aufstieg zu reden. " Am kommenden Samstag (20:30 Uhr) treffen die Hamburger im Volksparkstadion auf den Karlsruher SC. Vielleicht leitet der HSV dann ja doch noch einen Saisonendspurt ein.