HSV feiert Derbysieg: "Es war eine unfassbare Atmosphäre"

In einem phänomenalen Stadtderby hat der Hamburger SV den Lokalrivalen FC St. Pauli bezwungen und damit nicht nur einen Prestigesieg erzielt, sondern auch einen direkten Verfolger distanziert. Ein Erfolg, bei dem der HSV mentale Stärke bewiesen hat.

Schonlau: "Unfassbar, was die Fans heute abgerissen haben"

Es war ein wirklicher Hexenkessel im ausverkauften Volksparkstadion vor 56.400 Zuschauern. Die Heimfans präsentierten vor dem Anpfiff eine beeindruckende Choreografie und peitschten ihre Mannschaft lautstark von der ersten bis zur letzten Minute an. "Es war eine unfassbare Atmosphäre und einfach unglaublich, was die Fans heute abgerissen haben - vor dem Spiel mit der Choreo und dann auch während der Partie", staunte Sebastian Schonlau über den Support. Diese großartige Unterstützung zahlten die Hausherren mit einer aufopferungsvollen Leistung zurück und belohnten ihre Anhängerschaft mit einem bedeutsamen Sieg. "Es ist brutal schön, dieses unglaubliche Spiel zu gewinnen. Die ganze Saison wird darüber gesprochen, weil es den Fans so viel bedeutet", resümierte der Kapitän.

Dabei hätte der Abend ganz anders verlaufen können, denn zunächst schoss Manolis Saliakas die Gäste in der 36. Minute in Führung. Rechtzeitig vor der Pause glich jedoch Verteidiger Jonas David mit einem satten Fernschuss aus. Das erste Saisontor des gebürtigen Hamburgers war absolut sehenswert und kein Zufallsprodukt. "So oft schieße ich ja nicht aufs Tor, aber in den letzten Monaten habe ich im Training versucht und mir viel bei Sonny Kittel abgeguckt. Ich wurde anfangs noch belächelt, aber jetzt hat sich die Arbeit gelohnt", freute sich David über sein Meisterwerk. Einen besseren Zeitpunkt als in diesem Derby hätte es für das Eigengewächs nicht geben können. "Im Moment des Tores waren es einfach Emotionen pur. Ein geiles Gefühl. Für mich gibt es keinen besseren Moment für so ein Tor", stellte der 23-jährige fest.

Walter: "Der schönste Sieg seit ich beim HSV bin"

Davids Tor unmittelbar vor der Halbzeitpause gab dem HSV wieder Auftrieb. "Jonas hat mit einem goldenen Moment den Dosenöffner geliefert. Diese Energie haben wir mit in die zweite Hälfte genommen. Wir haben versucht, sofort Druck auf den Gegner zu machen und die Ränge mitzunehmen", sagte Trainer Tim Walter. Mit einem Doppelschlag zog der Gastgeber das Spiel auf seine Seite, ließ den Gegner aber immer wieder auf ein Tor herankommen. "Die Gegentore hätten wir besser wegverteidigen können, aber wir sind immer zurückgekommen", lobte Walter die mentale Stärke seiner Schützlinge. Für ihn persönlich ist es "der schönste Sieg seit ich beim HSV bin. Ich bin stolz auf die Mannschaft und die Zuschauer. Sie waren grandios".

Nach dem enttäuschenden Ergebnis in Kaiserslautern kann dieser prestigeträchtige Erfolg den Hamburgern das nötige Selbstverständnis verleihen, um im Saisonendspurt den angestrebten direkten Aufstiegsplatz noch zu erreichen. "Wir wollen diesen Schwung jetzt mitnehmen, haben aber in den letzten fünf Spielen auch noch richtig etwas zu tun. Wir sind gut beraten, weiter zu arbeiten. Wir wollen unbedingt unser Ziel erreichen", betone Schonlau. Abwehrkollege David stimmt ihm zu: "Wir gehen mit einem guten Gefühl in die nächste Woche, haben uns Selbstbewusstsein geholt und wissen zugleich, dass es auch heute Dinge gab, die wir noch besser machen können".

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