HSV ist startklar: "Auf den Wut-Walter folgt der weiche Walter"
Der Hamburger SV geht wieder einmal als Top-Favorit in eine neue Saison. Diesem Ruf soll die Mannschaft von Tim Walter bestenfalls schon beim Auftakt in Braunschweig (Sonntag, 13:30 Uhr) gerecht werden. Denn Druck bleibt für den Übungsleiter ein Privileg, aber Nachlässigkeiten darf sich niemand erlauben.
"Wohl die ausgeglichenste 2. Liga"
Zum fünften Mal starten die Hamburger in eine Zweitliga-Saison, zum ersten Mal sitzt derselbe Fußballlehrer wie im Vorjahr auf der Trainerbank. Tim Walter hat den HSV weiterhin im Griff - und vor allem seine Mannschaft. "Ich möchte, dass die Jungs fokussiert sind, und wenn mal ein Schlendrian reinkommt, werde ich auch mal etwas lauter. Aber auf den Wut-Walter folgt der weiche Walter", verspricht der Übungsleiter vor dem ersten Auftritt seiner Mannschaft. Bei Eintracht Braunschweig erwartet den HSV ein motivierter Aufsteiger, wie Walter darüberhinaus findet.
"Es ist schön, dass Traditionsvereine wie die Eintracht zurück in der Liga sind", bemerkt der 46-Jährige in Hinblick auf die neue Konkurrenz in der Liga. Die Lage in der Spielklasse hat sich dadurch auch verändert, denn nach den Abschieden von Werder Bremen und Schalke 04 geht nun der HSV wieder als Top-Favorit ins Rennen. Doch Walter mahnt: "Im vergangenen Jahr war es wohl die stärkste 2. Bundesliga und in diesem Jahr ist es wohl die ausgeglichenste 2. Liga. Es gibt viele Vereine, die nicht außer Acht zu lassen sind." So kann auch der BTSV für die Norddeutschen direkt zum Gradmesser werden. "Wir erwarten einen robusten Gegner, der über das Umschaltspiel kommt und vorne ein gutes Tempo hat", so Walter.
Walter sieht den HSV weiter als zuvor
Klar ist, dass die Hamburger in der wiederkehrenden Favoritenrolle direkt zu Saisonbeginn unter Druck stehen. Zumal der HSV auf dem Transfermarkt die größten Ausgaben verzeichnete - und im Hintergrund nach dem Aus von Sportdirektor Michael Mutzel wieder Zahnräder knirschen. Auf dem Platz spielt das für Walter alles keine Rolle: "Druck empfinde ich als Privileg, weil nur derjenige, der um etwas spielt, Druck haben darf. Wir sind voller Energie und Tatendrang vor dem Start am Sonntag und wollen den Erwartungen gerecht werden." Abgesehen von Bakery Jatta (Muskelbündelriss) und Anssi Suhonen (Wadenbeinbruch) stehen ihm dafür alle Spieler zur Verfügung.
Walter, der mit 60 Punkten aus 34 Spielen bislang die beste Zweitliga-Bilanz des HSV holte, sieht seine Mannschaft gut gerüstet. "Wir sind in dieser Sommer-Vorbereitung auf einem besseren Level als im vergangenen Jahr, weil wir deutlich eingespielter sind", verweist er zudem auf das Transfergeschehen. Mit Robert Glatzel, Ludovit Reis, Mario Vuskovic oder auch Sonny Kittel konnte der HSV im Endeffekt Spieler halten, die umworben oder abwanderungswillig waren. Für Walter ist das ein Plus im Vergleich zum Vorjahr: "Die Philosophie ist die Gleich, aber wir wollen das Level erhöhen und besser werden." Den ersten Schritt kann die Mannschaft nun in Braunschweig machen.