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HSV trotz spätem Ausgleich unzufrieden: "Heute überwiegen die negativen Dinge"

IMAGO / Jan Huebner

Der Hamburger Sportverein hat in Düsseldorf einen weiteren Dämpfer im Aufstiegskampf erlitten. Die Norddeutschen retteten zwar mit einem Last-Minute-Treffer ein Unentschieden bei der Fortuna, konnten aber über weite Strecken des Spiels in vielerlei Hinsicht nicht überzeugen. Auch die Protagonisten versuchten im Anschluss nichts schönzureden.

"Düsseldorf hat es uns vorgemacht"

"Wenn du spät das Tor machst, musst du mit einem Punkt zufrieden sein", hielt Kapitän Sebastian Schonlau nach dem Spiel fest. Trotzdem wusste auch er, dass es für den HSV zu wenig war im Rennen um die Aufstiegsplätze. Die Hamburger sind nun seit vier Spielen ohne Sieg und lassen immer weiter nach oben abreißen. Dass die Rothosen mit einem Sieg bis auf drei Punkte (bei einem Spiel weniger) an Rang drei herangekommen wären, ließ sich während der 90 Minuten in Düsseldorf nur selten erahnen. "Unsere Art und Weise, Fußball zu spielen, haben wir heute vermissen lassen", sagte Schonlau sichtlich enttäuscht und verwies sowohl auf die fehlende Präsenz in den Zweikämpfen, als auch mit und gegen den Ball. Auch sein Trainer Tim Walter pflichtete ihm bei: "Wir haben heute kein gutes Spiel gemacht. Wir waren zu behäbig und hatten wenig Energie und Power in unserem Spiel", erklärte der HSV-Coach. Dadurch seien viele zu einfache Kontersituationen für die Düsseldorfer entstanden.

Auch der Torschütze Robert Glatzel, der sich mit seinem 16. Saisontreffer auf Platz drei der Torjägerliste schoss, wirkte nach der Partie alles andere als zufrieden. Glatzel sprach von der "schwächsten Halbzeit der Saison". Der Stürmer monierte ebenfalls die fehlende Zweikampfführung und das fehlende Tempo in den eigenen Aktionen. "Heute hat vieles gefehlt. Wir haben überhaupt nicht das zeigen können, was uns auszeichnet" sagte der 28-Jährige. Für ohne war es ein "glücklicher" Punktgewinn, der das "einzig Positive an diesem Spiel" war. Abschließend hielt er deutlich selbstkritisch fest: "Düsseldorf hat uns vorgemacht, wie es geht."

"Bis zum Ende an uns geglaubt"

Doch trotz aller Selbstkritik konnten die Hamburger am Ende einen Zähler aus Düsseldorf entführen. Denn als der späte Führungstreffer für die Fortuna durch Bodzek fiel (85.Minute) und es so schien es, als sei dies der Knock-Out für die Hamburger, erwachte die zuvor völlig harmlose HSV-Offensive. "Es spricht für uns, dass wir bis zum Ende an uns glauben und uns noch belohnt haben", lobte der Trainer Tim Walter und konnte sich abschließend auch noch ein wenig freuen: "Wir sind froh darüber, weil wir sehen, dass die Jungs immer weitermachen."

Wenn die Hamburger nach der Länderspielpause im Volksparkstadion auf den SC Paderborn treffen, ist allerdings eine deutliche Leistungssteigerung nötig. Für den ehemaligen Paderborner und derzeitigen HSV- Kapitän Schonlau steht fest: "Heute überwiegen die negativen Aspekte. Aber wir müssen das Spiel aufarbeiten. Dazu haben wir jetzt zwei Wochen Zeit, müssen im Training alles reinhauen und am besten nicht mehr nachdenken."