"Jetzt erst recht": HSV-Trainer Walter vor Relegation positiv gestimmt
Nachdem der Hamburger SV am letzten Spieltag auf dramatische den direkten Aufstieg verpasste, muss die Mannschaft von Tim Walter nun erneut in der Relegation antreten. Vor dem Hinspiel bei seinem Ex-Verein VfB Stuttgart versucht der HSV-Trainer so viel Zuversicht wie möglich zu vermitteln.
"Nur wer Negatives erlebt, kann Positives gestalten"
Es ist ein Deja-Vu: zum zweiten Mal in Folge muss der HSV in den Relegationsspielen um den Aufstieg in die erste Bundesliga kämpfen. Um sich mental auf diese zwei bedeutsamen Duelle einzustellen, ist Tim Walter um Optimismus bemüht. Auf der Pressekonferenz am Dienstag war sein Leitspruch: "Wir können nicht negativ denken und dann positiv handeln". Die dramatischen Erlebnisse vom Sonntagnachmittag sollen keine Rolle mehr spielen. "Ich habe schon vor dem Spiel gesagt: Zweiter oder weiter. Also werden wir weiter kämpfen, weiter Gas geben".
Im Umgang mit Rückschlägen hat der HSV in Walters Amtszeit bereits Erfahrungen gesammelt, etwa nach dem verpatzten Aufstieg im Vorjahr. Daraus habe die Mannschaft seiner Ansicht nach entsprechende Lehren gezogen. "Nur wer Negatives erlebt, kann Positives gestalten. Wir sind so zusammengewachsen, wir richten uns gegenseitig auf und sagen: jetzt erst recht." Der 47-jährige blickte mit Stolz auf das, was seine Mannschaft in dieser Saison erzielt hat: "Wir haben 66 Punkte erreicht, haben 70 Tore geschossen, die beste Bilanz in den zwei Jahren. Es gibt keine Mannschaft in der Liga, die mehr als 20 Siege hat". Dass dieser Ertrag, anders als in vielen Saisons zuvor, nicht für den direkten Aufstieg gereicht hat, sei "natürlich bitter". Dennoch schöpft er aus diesem Erreichten das Vertrauen für die anstehende Aufgabe.
"Wir fahren nach Stuttgart, um zu gewinnen"
Die Favoritenrolle gesteht Walter dem Erstligisten zu, macht aber auch klar: "Wir fahren nach Stuttgart, um zu gewinnen". Der VfB Stuttgart hat am letzten Spieltag ebenso einen Dämpfer erlitten, denn mit dem 1:1 gegen Hoffenheim sind sie von einem Nichtabstiegsplatz auf den Relegationsrang zurückgefallen. Obwohl sich der Kontrahent unter dem neuen Trainer Sebastian Hoeneß stabilisiert hat, konnte Walter eine Schwäche ausmachen: "Sie haben sieben von zwölf Gegentoren nach Standards bekommen. Das ist eine Möglichkeit". Im Vordergrund soll jedoch die unter Walter etablierte Spielweise stehen: "Wir sind gut im Ballbesitz und das wollen wir in Stuttgart zeigen. Wir wollen aktiv sein, mit dem Ball und aktiv verteidigen".
Walter vertraut voll auf die Stärken seines Teams. Das wurde auch deutlich, als er auf die schnellen Stuttgarter Flügelspieler angesprochen wurde. "Wir haben auch schnelle Spieler auf den Flügeln mit Jatta, Dompé und Königsdörffer. Wenn wir den Gegner da hinten binden, werden sie Probleme haben, sich selbst in die Offensive einschalten zu können". Mit diesem Selbstvertrauen soll am Donnerstag in Stuttgart der erste Schritt in Richtung Bundesliga gelingen.