Kaiserslautern: Wartet nun der nächste Umbruch?
Die Enttäuschung war den zahlreichen Fans auf dem Betzenberg deutlich anzumerken. Vier sieglose Spiele zum Saisonende bedeuten wie im Vorjahr den trostlosen vierten Tabellenplatz. Keine Relegation, keine Bundesliga und kein Grund zum Feiern. Woran es nun scheiterte, ist mühsam zu erklären. Klar spielten die Nerven der jungen Mannschaft eine Rolle, womöglich war der Druck am Ende zu groß. Knackpunkt war sicherlich die Niederlage in Darmstadt, deren Entstehung und Verlauf für Unruhe sorgte. Dennoch spielte der FCK eine in vieler Hinsicht gute Saison auf die sich aufbauen lässt. Fraglich ist aktuell jedoch wie viel vom aktuellen Kader auch nach der Sommerpause noch zu Verfügung steht
Abschied von Leistungsträgern wahrscheinlich – Leihspieler gehen zurück
Bereits am Montagmorgen kündigte Vorstand Stefan Kuntz diverse Abschiede an. Gegenüber dem „Focus‟ verriet er: „Es wird in den nächsten Tagen Anrufe geben, weil viele Spaß an FCK-Mitarbeitern gefunden haben. Dann wird es darum gehen, ob auch der FCK profitieren kann.‟ Absehbar scheint der Abgang von Kapitän Willi Orban, der eine Ausstiegsklausel besitzen soll. Auch Dominique Heintz, dessen Vertrag 2016 ausläuft, ist in den Fokus anderer Teams geraten. Möglich dass bei den beiden der Auftritt bei U21-Europameisterschaft weitere Interessenten auf den Plan rufen wird. Dort werden auch Jean Zimmer und Philipp Hofmann antreten und ihr können zeigen. Ziemlich sicher verabschieden wird sich Karim Matmour, dessen Arbeitspapier am 30. Juni ausläuft. Das letzte Wort scheint aber auch in dieser Personalie noch nicht gesprochen. Auch die Leihspieler Kevin Stöger (VfB Stuttgart), Kerem Demirbay (Hamburger SV), Simon Zoller (1.FC Köln) und Amin Younes (Borussia Mönchengladbach) sind wohl nicht zu halten und sollen zu ihren jeweiligen Vereinen zurückkehren. Zudem verlässt mit Tobias Sippel ein weiterer erfahrener Spieler den Verein. Zurückkehren wird hingegen Stefan Mugosa, der zuletzt nach Aue ausgeliehen war und dort überzeugen konnte.
Weiter auf Talente setzen – Geht auch Trainer Runjaic?
Dennoch wird man in Kaiserslautern wohl weiter auf die Entwicklung junger Talente setzen. Bereits während der Spielzeit wurde angekündigt bei einer weiteren Spielzeit im Unterhaus die Verjüngung weiter zu fixieren. Der Abschied von Sippel und wohl auch Matmour sind dazu bereits der erste Schritt. Der 29-Jährige Markus Karl wäre damit Stand heute der älteste Profi im Kader. An Nachwuchs mangelt es hingegen nicht. Sebastian Jacob konnte bereits auf sich aufmerksam machen. Die Eigengewächse Michael Schindele und Manfred Osei Kwadwo, die in der aktuellen Spielzeit jeweils einmal zum Einsatz kamen, könnten durch die drohenden Abgänge in der Hierarchie aufrücken. Mit Klich und Thommy haben die Lauterer zudem bereits im Winter neue Optionen fürs offensive Mittelfeld an Land gezogen. Und letztlich steht ab Sommer mit Marius Müller ein weiterer Absolvent der berühmten „Gerry Ehrmann-Schule‟ zwischen den Pfosten. Sicher werden Kuntz, Sportchef Markus Schupp und Trainer Kosta Runjaic bereits weitere Talente im Blick haben um die Lücken im Kader zu schließen. Ob der Coach diese dann jedoch selbst noch trainiert, scheint dieser Tage auch nicht ganz geklärt. Immerhin spricht Vorstand Kuntz im „Focus‟ vielsagend von „FCK-Mitarbeitern‟ und nicht nur von Spielern.