Kobylanski im Interview: "Eher ein Partymarathon als eine Party"

Im Interview mit liga2-online.de spricht Braunschweigs Aufstiegsheld Martin Kobylanski über die starke Saison, Aufstiegspartys, Regeneration in seiner Heimat und den Abstieg seines Ex-Klubs Preußen Münster.

"Es ist der Wahnsinn"

liga2-online.de: In Ihrem ersten Jahr bei Eintracht Braunschweig gelang Ihnen auf Anhieb der Aufstieg in die 2. Bundesliga. Wie fühlt sich das an, Herr Kobylanski?

Martin Kobylanski: Unbeschreiblich. Was vergangene Woche abgegangen ist, kann man wirklich kaum in Worte fassen. Der Verein und die gesamte Stadt waren im Freudentaumel. Für mich war es ein bisher einmaliges Erlebnis. Mir hatten schon so viele Spieler davon berichtet, wie geil es ist, aufzusteigen. Jetzt kann ich es auch endlich selbst beurteilen. Es ist der Wahnsinn - auch wenn durch Corona natürlich vieles anders war.

Bereits am vorletzten Spieltag machte Braunschweig den Aufstieg mit dem 3:2-Erfolg gegen Waldhof Mannheim klar. Danach wurde sicher ausgelassen gefeiert.

Oh ja. (lacht) Es war auch eher ein Partymarathon als eine Party. Wir haben bei einigen Mitspielern den Aufstieg gefeiert und die Saison Revue passieren lassen. Dass der Schlaf dabei deutlich zu kurz kam, merke ich jetzt.

Jetzt wird also aus gleich mehreren Gründen erst einmal regeneriert?

Genau. (lacht) Die abschließenden Saisonwochen waren hart, seit dem Re-Start habe ich mit Ausnahme des letzten Spieltags immer von Beginn an gespielt. Ich bin nun für ein paar Wochen bei meiner Familie in meiner polnischen Heimat. Seit Weihnachten hatte ich sie nicht gesehen und ich bin froh, dass ich hier entspannen kann.

Durch die 3:4-Niederlage in Meppen zum Saisonabschluss verpasste Braunschweig die Meisterschaft. Wie traurig sind Sie darüber?

Natürlich wären wir gerne Meister geworden und es ist schade, dass es nicht geklappt hat. Aber wir haben unser großes Ziel erreicht und sind aufgestiegen. Das ist die Hauptsache. Außerdem ist der FC Bayern II nach den starken vergangenen Monaten ein verdienter Titelträger.

 

"Macht mich sehr stolz"

Mit 18 Treffern und neun Vorlagen hatten Sie entscheidenden Anteil an der Zweitliga-Rückkehr der Eintracht. Die bisher beste Saison Ihrer Karriere?

Definitiv. Ich hatte zwar auch bei Preußen Münster zweieinhalb gute Jahre, in denen ich immer an vielen Toren beteiligt war. Aber in Braunschweig konnte ich noch einmal eine Schippe drauflegen. Dass mir das auf Anhieb in der ersten Spielzeit gelungen ist, macht mich sehr stolz. Damit hätte ich nicht unbedingt gerechnet. Wichtig ist aber: Der Aufstieg ist eine Teamleistung. Jeder Einzelne hat einen Anteil am Erfolg.

Nach dreieinhalb Jahren in der 3. Liga sind Sie nun zurück in der 2. Bundesliga, in der Sie bereits früher für Union Berlin und Energie Cottbus kickten. Wie lautet das Ziel mit der Eintracht?

Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Wir werden in den nächsten Wochen erst einmal das Erreichte genießen. Sobald das erste Training der Vorbereitung ansteht, gilt der Fokus aber natürlich zu 100 Prozent der 2. Bundesliga.

Und wie steht es um Ihre persönlichen Ambitionen? Schließlich haben Sie früher für Werder Bremen auch schon in der Bundesliga gespielt!

Mit dem Aufstieg in die 2. Bundesliga habe ich bereits ein großes Ziel erreicht. Ich wollte unbedingt noch einmal weiter oben anklopfen. Jetzt möchte ich der Eintracht erst einmal dabei helfen, in der 2. Liga zu bestehen.

Ihr Ex-Klub Preußen Münster musste den Abstieg hinnehmen. Wie haben Sie die Situation dort verfolgt?

Ich hätte mir natürlich gewünscht, dass Münster die Klasse hält. Ich hatte eine schöne Zeit dort und habe beim SC Preußen viele Freunde gewonnen, mit denen ich weiterhin regelmäßig in Kontakt stehe. Aber so ist es leider manchmal im Fußball, Freu und Leid liegen nah beieinander. Während ich mit der Eintracht ein extrem erfolgreiches Jahr hatte und nun in der 2. Liga spiele, geht es für meine ehemaligen Teamkollegen aus Münster runter in die 4. Liga. Ich drücke dem Verein die Daumen, dass er sich schnell aufrappelt und schon bald wieder in der 3. Liga kickt.

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