Kommt der Videobeweis in der 2. Bundesliga?

Es wäre wohl eine der größten Revolutionen im deutschen Fußball. Nachdem die Torlinientechnik von rund der Hälfte der 36 deutschen Profiklubs abgelehnt worden war, diskutiert man nun über die Einführung des Videobeweises in deutschen Stadien. DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig bestätigt, dass man sich nicht von der Entscheidung gegen diese Torlinientechnik beirren lasse. "Die DFL ist grundsätzlich offen für technische Neuerungen. Wir sind aber dafür, bei diesem Thema groß zu denken. Die Gerechtigkeit macht nicht bei der Frage halt, ob der Ball hinter der Linie war oder nicht. 95 Prozent der strittigen Entscheidung sind anderer Art", sagte Rettig dem "SID". Die FIFA hatte in Person von Sepp Blatter für die Einführung eines technischen Hilfsmittels im Fußball geworben, um für mehr Gerechtigkeit im Spiel zu sorgen. Solch eine Technik könne aber nur dann Realität werden, wenn sie "den Charakter des Spiels" nicht verändere, so Rettig weiter.

Diskussion neu entfacht

Neu angeheizt wurden die Diskussionen um technische Hilfsmittel vor allem durch die Benachteiligung von Borussia Dortmund im DFB-Pokalfinale diesen Jahres. Die Lager der Befürworter und Gegner von technischen Neuerungen bleiben weiterhin bestehen. Während viele für die Fairness im Sport plädieren und die einandfreie Funktion von Techniken in der Premier League oder bei der WM als Aufhänger nehmen, warnen DFB-Präsident Wolfgang Niersbach und Franz Beckenbauer vor zu großen Erwartungen: Der Antrag gegen die Dreifachbestrafung bei einer Notbremse sei auch schon mehrfach abgewiesen worden, so Niersbach. Beckenbauer fügte an, dass es sowieso schon genug Unterbrechungen im Fußball gäbe. Dennoch wird die Diskussion um technische Hilfsmittel spätestens im Dezember ihren Höhepunkt erreichen, wenn erneut darüber abgestimmt werden soll. Sicher ist nur, dass in dieser Saison noch keine Technik zum Einsatz kommen wird.

FOTO:  FU Sportfotografie

 

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