KSC wieder ohne Sieg: "Haben die Angst in die Köpfe zurückgeholt"
Im Aufsteigerduell trennten sich der Karlsruher SC und der VfL Onabrück am Ende mit 1:1. Ein Remis, das gerade für den Karlsruher SC auf einer bitteren Note endete.
Karlsruhes Problem mit dem Selbstvertrauen
Fünf Pleiten in Folge kassierte der KSC zuletzt. Vier Spiele davon verloren die Karlsruher, ohne einen einzigen Treffer zu erzielen, und das Spiel, in dem sie trafen, gaben sie mit 1:5 ab. Kein Wunder also, dass die Mentalität beim KSC etwas angeschlagen ist – wie auch Trainer Christian Eichner betonte: "Es war klar, dass das nicht Circus Krone wird, sondern dass da einiges passen muss, dass wir ein Erfolgserlebnis brauchen. Es war auch klar, dass wir nicht vor Selbstvertrauen strotzen", wusste der Coach. Doch viel passte in der ersten Halbzeit eben nicht.
Sowohl Lorenz als auch Carlson mussten bereits in der ersten Halbzeit ausgewechselt werden, aus der frühen Überzahl in der 29. Minute nach einer roten Karte für Osnabrücks Ceesay machte der KSC auch nur wenig. Dazu verschoss Wanitzek auch noch einen Elfmeter in der 33. Minute. "Hast du Scheiße am Fuß, hast du Scheiße am Fuß", fasste Eichner lapidar zusammen: "Aber ich bin als Trainer gezwungen, ein bisschen detaillierter an die Sache zu gehen."
Und diese Analyse ergab, dass die vermehrten Rückschläge offenbar Wirkung entfalteten: „Lustigerweise hatte ich das Gefühl, dass die Jungs ein bisschen die Situation vergessen haben. Sie haben angefangen vorne zu verteidigen, haben den Gegner unter Druck gesetzt“, so Eichner. Und in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit traf dann auch noch Hofmann: "Wir sind dann gottseidank mal mit so einem Rollertor in Führung gegangen."
Das "Rollertor" reicht am Ende nicht
Dieses 1:0 hätte eigentlich weiteren Auftrieb geben sollen: "Der Plan war, brutal aufs zweite Tor zu spielen." Doch in der zweiten Halbzeit spielte nur noch der um einen Mann dezimierte VfL: "Dass es dann so ein differenziertes Spiel von dem Plan gibt, hätte selbst ich nicht für möglich gehalten", ärgerte sich Eichner. Eine Leistung, die mit dem Ausgleich in letzter Minute durch Alvarez bestraft wurde: "Wir müssen sagen, dass wir verdientermaßen das 1:1 bekommen. Osnabrück nimmt verdientermaßen den Punkt mit."
Viel Frust also in Karlsruhe, der nicht leicht abzuschütteln ist: "Wir müssen uns ankreiden, dass wir die Angst mit jeder Minute, die in der zweiten Halbzeit gelaufen ist, in unsere Köpfe zurückgeholt haben", so Eichner, der nun den Blick in die Zukunft richtet: "In dieser Liga ist der Punkt was wert. Es soll trotzdem mal 48 Stunden weh tun. Dann hoff ich, dass wir uns nächstes Jahr an gleicher Stelle in der gleichen Liga wiedertreffen." Dafür braucht der KSC allerdings Punkte. Aktuell steht man auf dem Relegationsplatz 16.