Lautern feiert Lucky Punch: "Überragende taktische Leistung"

Nach der gelungenen Rückkehr in die 2. Bundesliga genoss der 1. FC Kaiserslautern den Moment. Alle Beteiligten waren sich im Klaren, dass sie nur gemeinsam in dieser Liga bestehen können.

Starkes Pressing in der Anfangsphase

Das 2:1 im Eröffnungsspiel gegen Hannover 96 ließ die Euphorie am Betzenberg noch weiter steigen. Ohnehin hatten die Fans des 1. FC Kaiserslautern seit der gewonnenen Relegation wochenlang auf den Saisonstart hingefiebert. Mit dem Last-Minute-Erfolg gegen die als Mitfavorit gehandelten 96er setzte der FCK ein erstes kleines Ausrufezeichen. "Wir haben uns heute für eine überragende taktische Leistung der Mannschaft selbst belohnt", sagte Trainer Dirk Schuster auf der Pressekonferenz nach dem Spiel. Besonders in der ersten Halbzeit war seine Mannschaft klar besser und zwang die Gäste immer wieder zu Fehlern im Spielaufbau. Aus einem solchen resultierte dann auch das 1:0 in der 12. Minute: Einen zu kurz geratenen Rückpass von Julian Börner leitete Terrence Boyd weiter auf Mike Wunderlich, der zur Führung einschieben konnte.

Der Matchwinner gibt sich bescheiden

"Die Führung war sicher etwas glücklich, aber wir haben das im Verlauf der Partie dann gut gemacht", analysierte Schuster. "Gegen Ende wurde der Druck natürlich immens, sodass wir gegen die individuelle Qualität von 96 etwas Probleme bekommen haben." Tatsächlich kam Hannover in der zweiten Hälfte immer stärker auf und schnürte die Roten Teufel zeitweise in der eigenen Hälfte ein. Der Ausgleich in der 80. Minute durch Havard Nielsen war somit auch nicht unverdient. Das letzte Wort hatte aber Kevin Kraus, der in der Nachspielzeit nach einem Eckball richtig stand und den umjubelten Siegtreffer erzielte. "Ich musste nur die Innenseite ran halten, ich stand ja völlig frei", gab sich Kraus bescheiden. Er betonte lieber die starke Defensivleistung seines Teams: "Wir haben gerade defensiv ein sehr ordentliches Heimspiel hingelegt, gegen eine Zweitliga-Mannschaft, die diese Saison sicher noch einige Tore erzielen wird".

Wunderlich bricht Altersrekord

"So ein Ding in der letzten Minute zu ziehen ist natürlich überragend", jubelte der Schütze des ersten Tores. Wunderlich sorgte damit zudem für einen Rekord: Mit 36 Jahren und 112 Tagen löste er Wolfgang Funkel als ältesten Lauterer Liga-Torschützen ab. Der Leitwolf lobte die Mentalität seiner Mitspieler: "Viele würden wegbrechen, wir haben uns direkt geschüttelt und den Lucky Punch gesetzt". Seinen Anteil daran hatte auch ein anderer Routinier: Andreas Luthe, vor der Saison von Union Berlin gekommen, entschärfte viele Torschüsse von 96. "Für jeden Gegner muss es hier richtig unangenehm werden, auf dem Betzenberg zu spielen. Dann haben wir eine Chance in dieser Liga", gab der 35-Jährige schon einmal die Marschrichtung für die nächsten Partien vor. Die haben es in sich: Nach dem zweiten Spieltag gegen Kiel und dem DFB-Pokalduell gegen den SC Freiburg wartet mit dem FC St. Pauli der nächste ambitionierte Zweitligist.

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