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Lautern verschärft die KSC-Krise: "Am Sechzehner ist Feierabend"

IMAGO / Jan Huebner

Im Südwest-Derby wollte der Karlsruher SC endlich die Niederlagen-Serie stoppen. Daraus wurde nichts, stattdessen kassierten die Badener am Dienstagabend beim 1. FC Kaiserslautern ein 0:2 und damit die fünfte Ligapleite in Serie. Obwohl das Team von Trainer Christian Eichner viel Aufwand betrieben hatte, ist der Abstiegs-Relegationsplatz nur noch einen Punkt entfernt.

Batmaz lässt die Führung liegen

70 Prozent Ballbesitz hatten die Gäste letztlich. Es sei in dieser Hinsicht genau das Spiel gewesen, "was wir erwartet hatten", sagte Eichner im Nachgang auf der Pressekonferenz. Doch bekanntlich bedeutet diese Statistik für eine Mannschaft nicht automatisch Erfolg, wenn sie gegen den Aufsteiger aus Kaiserslautern spielt. Zu gut stehen die Pfälzer in der Defensive. "Es war klar, dass wir die wenigen Chancen nutzen müssen – das haben wir nicht getan", war Eichner angefressen.

Die beste Gelegenheit zur Führung hatte Malik Batmaz nach 26 Minuten. Ein Abpraller landete beim 22-Jährige, der den Ball wenige Meter freistehend vor dem Tor aber nicht richtig traf und so aufs Tornetz beförderte. Die nötige Kaltschnäuzigkeit im Derby zeigten dagegen die Hausherren. Terrence Boyd musste nur noch seinen Fuß in eine Hereingabe von Marlon Ritter halten und brachte den Betzenberg das erste Mal zum Explodieren (34.). "Der Gegner geht mit der ersten richtigen Chance in Führung. Es kann sich jeder vorstellen, dass sich die Partie danach noch schwerer gestaltet als sie es schon vorher gemacht hat", so Eichner.

"Gegner mit neun Mann im Zentrum"

Mit der Führung im Rücken zog sich der FCK weiter zurück, überließ dem KSC die Spielkontrolle. Der diese nicht ausnutzen konnte. "Wir haben immer wieder um den Sechzehner herumspielen müssen, weil der Gegner das Zentrum mit neun Mann verdichtet hat." Und kam die Kugel in den Strafraum, habe der Gegner diese "gut wegverteidigt". Die Zeit rannte davon, die Karlsruher musste mit fortlaufender Spielzeit immer mehr Risiko eingehen. "Wir sind all in gegangen und mussten das zweite Tor fressen", resümierte Eichner. Nach einem Konter war Kenny Prince Redondo zur Stelle und entschied das Derby (86.).

Dementsprechend fühle sich die Partie im Nachgang "nicht gut an, wenn du nach vorn extrem viel investierst, extrem viel Ballbesitz hast. Du hast Gefühl, du bist drauf und dran. Doch am Sechzehner ist momentan Feierabend. Wir nutzen die wenigen Dinger nicht, die wir haben, um selbst in Fuhren zu gehen, und den Gegner aus seiner Komfortzone zu bringen".

Und weil das seit fünf Ligaspielen nicht gelingt, bleibt der KSC bei 17 Punkten aus 16 Spielen stehen. Die Abstiegszone kommt gefährlich nah. Nur noch einen Punkt hat die Mannschaft Vorsprung auf den Relegationsplatz. Weshalb am Samstag beim Krisen-Duell gegen den FC St. Pauli ein Sieg her muss.