Lieberknecht: "Die Jungs haben ihr Herz auf dem Platz gelassen"
Darmstadt 98 hat erneut Moral bewiesen und mit einer weiteren Willensleistung zum wiederholten Mal einen Rückstand in einen Sieg gedreht. Durch den Dreier haben die Lilien die Tabellenspitze erobert, bleiben aber bodenständig.
Holland: "Wir wussten in der Pause, dass wir Spiele drehen können"
Der SV Darmstadt ist nicht aufzuhalten. Auch beim Karlsruher SC steckte das Team nach dem frühen Dämpfer nicht auf, sondern kämpfte sich zurück in die Partie und ging letztendlich sogar als Sieger vom Platz. Trainer Lieberknecht resümierte: "Wir haben heute ein rassiges Zweitliga-Spiel gesehen, in dem beide Teams den Sieg wollten". Mit der ersten Halbzeit war er bereits nicht unzufrieden, doch die letzten Aktionen wurden "sehr schlampig ausgespielt." In der Pause fand er die richtigen Worte und hatte eine passende Lösung parat: "Mit Aaron Seydel zusätzliche körperliche Präsenz in die Partie gebracht. Damit hatten wir das Mittel, auch mal lange Bälle auf diesem schwer bespielbaren Platz zu spielen."
Doch nicht nur der fußballerische Ansatz änderte sich nach dem Seitenwechsel, auch die mentale Einstellung, begünstigt durch die jüngsten Erfolgserlebnisse. "Wir haben in dieser Saison schon Spiele gedreht und wussten das auch heute in der Pause. Insgesamt sind wir nach der Halbzeit dann anders aufgetreten", befand Kapitän Fabian Holland und ergänzte: "Wir waren besser im Spiel und haben mit unseren großen Jungs vorne den KSC mit langen Bällen vor Probleme gestellt, viele zweite Bälle gewonnen und gute Standards geschlagen". So fiel auch der Ausgleich nur vier Minute nach Wiederanpfiff nach einer Ecke durch einen Kopfball von Patric Pfeiffer.
Lieberknecht appelliert: "Ich bitte alle darum, mit uns zusammen weiter ruhig zu bleiben"
Für den Siegtreffer war Torjäger Philipp Tietz verantwortlich, der einen Konter mit seinem sechsten Saisontor abschloss. Der Torschütze lobte die geschlossene Teamleistung: "Im Großen und Ganzen war der Sieg verdient. Die Mannschaft hat alles gegeben und in der zweiten Halbzeit haben wir auch eine deutlich bessere Leistung gezeigt. Man hat gesehen, dass wir unbedingt wollten und das Herz auf dem Platz gelassen haben." Dieser Zusammenhalt angesichts der aktuell schwierigen personellen Lage beeindruckte auch den Trainer: "Insgesamt sind wir sehr happy über den Sieg gegen starke Karlsruher. Wir müssen aktuell mit wenigen Jungs auskommen. Doch die, die da sind, haben heute ihr Herz auf dem Platz gelassen."
Der neue Tabellenführer ist nun seit elf Spielen ungeschlagen und gewann die letzten vier Spiele in Folge. Doch die Bodenhaftung verlieren die Akteure dadurch nicht: "Die (ungeschlagene, d. Red.) Serie gibt uns zwar Selbstvertrauen, wirklich beschäftigen tun wir uns damit aber nicht. Wie wollen von Woche zu Woche die bestmögliche Punktzahl holen – egal, wie der Gegner heißt", stellt Tietz klar. Der Trainer pflichtet ihm bei: "Es ist eine herausragende Situation, dass wir bereits 27 Punkte eingefahren haben. Das hilft uns dabei, weiter ruhig zu arbeiten. Und ich bitte alle darum, mit uns zusammen weiter ruhig zu bleiben." Mit breiter Brust können die Lilien nun am Dienstag im DFB-Pokal den Bundesligisten Borussia Mönchengladbach herausfordern.