Lieberknecht: "Ein unfassbarer Wille“

Dank eines erneuten Last-Minute-Treffers (90.+2) durch Kapitän Ken Reichel besiegte Eintracht Braunschweig am Montagabend Dynamo Dresden mit 1:0.

Ken Reichel entwickelt sich so langsam zum Experten für die ganz späten und enorm wichtigen Tore. Als alle im Eintracht-Stadion schon mit einem torlosen Remis rechneten, nahm der BTSV-Kapitän mit links aus halblinker Position Maß – Volley aus 16 Metern, flach ins lange Eck. Wieder einmal, muss man sagen. Denn im letzten Heimspiel gegen Heidenheim war es exakt die gleiche Minute, in der der Linksverteidiger seine Farben zum Sieg schoss. Damals hieß es 3:2, diesmal 1:0. Genau wie beim Auswärtsspiel in Düsseldorf vor knapp einem Monat, als Onel Hernandez in der 89. Minute traf. Typische Ergebnisse für die Eintracht, die in dieser Saison bereits den 12. Sieg mit nur einem Tor Differenz feierte.

Entsprechend war Torsten Lieberknecht nach dem Reichel-Schuss nicht mehr einzufangen. Der Coach legte einen lupenreinen Sprint in Richtung Fankurve hin. Was für eine Erleichterung! „Es ist ein unfassbarer Wille drin in der Truppe“, sagte Lieberknecht, der sichtlich um Worte rang. „Aus dem Nichts kam wieder so ein Schuss von Ken, unglaublich!“, konnte es Rechtsverteidiger Phil Ofosu-Ayeh kaum fassen.

Lieberknechts überraschende Aufstellung

Vor Beginn der Partie sorgte der Coach selbst für Überraschendes. In der Startaufstellung standen Jan Hochscheidt und Niko Kijewski. Zwei Akteure, die in der bisherigen Saison kaum Spielzeit bekamen. Vor allem Routinier Hochscheidt, der sich in der Winterpause laut Lieberknecht bereits mit Wechselgedanken trug, lieferte eine starke Leistung ab. Der Plan des Trainers ging also voll auf.

Direkt nach dem Match fand sich Lieberknecht erneut vor der Fankurve wieder, applaudierte den Anhängern und feierte den Last-Minute-Sieg, der Platz zwei bedeutet – punktgleich mit Spitzenreiter Stuttgart. „Wir sind weiterhin mittendrin. Es ist eine gute Ausgangsposition für die letzten sechs Spiele.“ Freute sich Siegtorschütze Reichel.

Mit dieser Euphorie lässt sich das nächste Spiel gleich viel selbstbewusster angehen. Es steht das Derby bei Hannover 96 an. Gespielt wird am Samstag um 13 Uhr. Es ist zweifellos das Topspiel des kommenden Spieltages. Bei dem wieder der enorme Wille der Blau-Gelben gefragt sein wird.

 

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