Lieberknecht grübelt nach Bielefeld-Klatsche: "Wir waren nicht existent"
Am 33. Spieltag kassierte Eintracht Braunschweig bei Arminia Bielefeld seine höchste Saisonniederlage. 0:6 hieß es nach 90 Minuten. Allein drei Treffer gingen auf das Konto von Reinhold Yabo, der innerhalb von elf Minuten einen lupenreinen Hattrick erzielte (65., 67., 76.). Eingeleitet wurde das Debakel durch ein Eigentor von Jan Hochscheidt nach 13 Minuten. Die weiteren Tore erzielten Julian Börner (24.) und Keanu Staude (71.).
"Das heute kann man eigentlich gar nicht erklären", befand Routinier Jan Hochscheidt, der genau wie alle anderen Mannschaftskollegen nach Spielschluss konsterniert dastand. "Wir haben heute alles vermissen lassen", äußerte Ken Reichel und brachte es damit auf den Punkt.
Die beste Nachricht an diesem äußerst beschiedenen Nachmittag der Blau-Gelben war die Tatsache, dass die Relegation auch rechnerisch gesichert ist, da Union Berlin gleichzeitig verlor. Für ein wahrscheinliches Relegationsduell mit dem 16. der Bundesliga dürfte diese Pleite allerdings ein ordentlicher Dämpfer gewesen sein.
Trainer Torsten Lieberknecht stellte sich zwar demonstrativ vor seine Truppe ("ich werde meine Mannschaft jetzt nicht an die Wand nageln"), auf ihn dürfte aber in den kommenden Tagen eine Menge Aufbauarbeit, vor allem im mentalen Bereich, zukommen. Vor allem die Art und Weise wie seine Elf gegen den Abstiegskandidaten völlig unerwartet förmlich auseinanderfiel, wird den Coach nachdenklich stimmen. "Wir waren nicht existent. Das Warum und Weshalb werden wir unter der Woche analysieren", kündigte Lieberknecht an.
Zum Saisonfinale kann Braunschweig theoretisch noch auf Platz zwei springen, ist aber durch die Klatsche in Bielefeld deutlich ins Hintertreffen geraten was das Torverhältnis anbelangt. Gegner im Eintracht-Stadion ist am kommenden Sonntag Absteiger Karlsruher SC (15:30 Uhr). Hier gilt es mit einer ordentlichen Leistung und einem besseren Gefühl als nach der Pleite in Ostwestfalen in die Aufstiegsspiele zu gehen, die vor dem letzten Spieltag das wahrscheinlichste Szenario für die Braunschweiger sind.