Mehr als ein Ausrufezeichen: Veilchen holen ersten Punkt
Hut ab, nach einer turbulenten Woche, einem Trainerwechsel und einiger Spielersuspendierungen haben die Veilchen in Braunschweig den ersten Punkt der Saison erspielt. Wieder einmal waren die Veilchen die bessere Mannschaft, doch im Gegensatz zum Heidenheim-Spiel diesmal auch dank einer glücklichen Schiedsrichter-Entscheidung.
Khelifi kontert auf Nazarov
Nach der frühen Entlassung von Thomas Letsch wurde Co-Trainer Robin Lenk zum Interimstrainer berufen. Der 33-Jährige stellte die Mannschaft auf mehreren Positionen um, Philipp Riese das Auer Schweizer Taschenmesser startete für Sebastian Hertner als linker Außenverteidiger. Zudem rutschten Bertram und Tiffert in die Startelf. Die Veilchen konnten erst einmal an der Hamburger Straße gewinnen, von Beginn an spielten die Gäste mutig auf. Beide Teams waren nach ihren Pokalpleiten gefordert, Aue erwischte dabei den besseren Start. Defensiv stellten sich die Auer sehr kompakt, machten die Räume für die schnellen Angriffe der Braunschweiger zu und warteten auf einen Fehler der Hausherren im Spielaufbau. In der 8. Minute dann auch die erste Chance der Veilchen durch Bertram, der nach einem schnellen Umschaltspiel frei zum Schuss kam, Baffo klärte in letzter Sekunde. Lenk hatte Wydra zum neuen Libero berufen und der groß gewachsene Mittelfeldspieler macht seine Sache vor allem in der Spieleröffnung gut. Im Sturm rotierten die Spitzen um Pascal Köpke, Dimitrij Nazarov und Sören Bertram immer wieder. Doch auch die Löwen zeigten sich gefährlich vor dem Auer Kasten, Nyman und der junge Dacaj prüften Martin Männel. Mitte der ersten Halbzeit schienen beide Mannschaften ihre Grundordnung gefunden zu haben, aus dem Spiel heraus kam es kaum noch zu gefährlichen Aktionen. So musste Standardsituationen her und durch so eine gingen die Veilchen in Front. Ecke Tiffert und während das gesamte Team in Richtung Fünfmeter-Raum läuft, bleibt Nazarov am langen Pfosten ungedeckt. Nazarov nahm Maß und versenkte das Spielgerät, 0:1 für Aue. Lange hielt diese Führung jedoch nicht, praktisch im Gegenzug verwandelte Khelifi einen Abpraller von Dominik Wydra sehenswert zum Ausgleich, 1:1.
Rohde zeigt nur Gelb
War es im ersten Durchgang schon eine couragierte und starke Leistung drehten die Männer von Robin Lenk nach der Pause noch etwas weiter auf. Nazarov verpasste seinen Doppelpack direkt nach Wiederbeginn und Bertram scheiterte erneut an einem Braunschweiger Verteidiger. Die Veilchen nahmen das Spiel mehr und mehr in die eigene Hand und hatten den Aufstiegskandidaten in seinem eigenen Stadion im Griff. Für den größten Aufreger sorgte dann allerdings Schiedsrichter Rene Rohde, der Unparteiische fällte in der 70. Minute eine mutige Entscheidung. Bei einem Zweikampf im Mittelfeld blieb Clemens Fandrich verletzt am Boden liegen. Statt den Ball ins Aus zu schießen, spielten die Braunschweiger weiter, trotz der Aufforderungen aller Auer das Spiel zu unterbrechen. Ein langer Ball sollte Nyman erreichen, doch noch bevor der Stürmer am Ball war, wurde er von Aues Riese zu Fall gebracht. Im normalen Spielverlauf eine klare rote Karte, doch Rene Rohde zeigte den Übeltäter nur den gelben Karton. Aue diesmal im Glück und in der Schlussphase waren die Sachsen dem Sieg auch etwas näher. Kalig und Nazarov scheiterten jedoch am BTSV Schlussmann Fejzic.
Der erste Schritt in die richtige Richtung
Nach dem blamablen Pokalauftritt und der folgenden Entlassung von Thomas Letsch waren in Braunschweig die Kicker des FCE gefordert eine Antwort zu zeigen. Gegen eine verunsichert wirkende Eintracht fand der FC Erzgebirge gut ins Spiel, Robin Lenk hatte an den richtigen Stellschrauben gedreht. Mit Moral, Laufbereitschaft und auch der nötigen Cleverness nehmen die Erzebirger einen mehr als verdienten Punkt mit ins Lößnitztal. Ein positiver Lichtblick nach den vergangenen düsteren Wochen. Doch nach dem schwachen Saisonstart brauchen die Veilchen noch viele solcher Leistungen um ihr Saisonziel zu erreichen. Robin Lenk steht dabei wohl nicht als Cheftrainer zur Debatte, ihn fehlt die nötige Lizenz und Präsident Helge Leonhardt fokussiert weiterhin die Verpflichtung eines neuen Cheftrainers. Dennoch der oft gescholtene Schwiegersohn des Präsidenten hinterließ einen guten Eindruck in Braunschweig, auch gegen Nürnberg dürfte der 33-Jährige auf der Bank sitzen.