Minge kündigt an: "Wir müssen in die Mannschaft investieren"

Sportlich läuft die Saison für die SG Dynamo Dresden alles andere, als erwünscht - mit dem 1:0-Sieg im Abstiegsgipfel mit dem SV Wehen Wiesbaden konnte der Klub wenigstens die Rote Laterne aus der Hand geben. Auf der anderen Seite steht ein wirtschaftlicher Rekordgewinn von 4,5 Millionen Euro, die Sport-Geschäftsführer Ralf Minge auch in die Mannschaft investieren will.

Minge gesteht Planabweichungen ein

Mit einem Wert von 9,4 Millionen Euro ist das Eigenkapital der SG Dynamo Dresden in neue Dimensionen vorgedrungen, das resultierte aus Saisoneinnahmen in Höhe von 35 Millionen Euro aus der vergangenen Spielzeit. Die Entschuldung des Vereins wurde dadurch mit großen Schritten vorangetrieben und in der aktuellen Spielzeit sollte auch sportlich der nächste Schritt gemacht werden. "Fakt ist", stellte Sport-Geschäftsführer Ralf Minge gegenüber dem "MDR" heraus, "dass unser Plan aus dem Sommer bis jetzt noch nicht wie erwünscht aufgegangen ist. Das ziehe ich auch auf meinen Tisch, dafür stehe ich gerade."

Der 59-Jährige "würde nie etwas machen, das dem Verein schaden würde" und gibt zu bedenken, dass er jeden Euro des Klubs in alter Manier wie seinen eigenen betrachte. "Nichtsdestotrotz muss ein Umdenken stattfinden, wenn wir den nächsten Schritt gehen wollen", will Minge nun auch vorgeben. Vor fünf Jahren habe man sich entschieden, den Weg mit "jungen, entwicklungsfähigen Spielern" zu gehen - nun sei man dabei, die Rahmenbedingungen für den nächsten Schritt zu schaffen.

"Leben ist keine Einbahnstraße"

Niklas Hauptmann konnte man für 3,4 Millionen Euro zum 1. FC Köln verkaufen, im Jahr davor zog es Marvin Stefaniak für zwei Millionen zum VfL Wolfsburg. Auch Akaki Gogia (Union Berlin) und Haris Duljevic (Nîmes Olympique) wurden für Millionenbeträge verkauft. Der Weg der SG Dynamo bewehrte sich. Nun aber folgte auf das wirtschaftliche Hoch das sportliche Tief. "Das Leben ist keine Einbahnstraße, es ist nicht 365 Tage vergnügungssteuerpflichtig", sagte Minge, auch in Bezug auf die Arbeit von Cheftrainer Cristian Fiel. Der könnte aber schon im Winter von der finanziellen Situation profitieren.

"Der Schwerpunkt war im ersten Schritt die Entschuldung des Vereins", sieht Minge die Kriterien für das Weiterdenken als geschaffen: "Dann müssen wir uns im Klaren sein, dass wir in die Mannschaft investieren müssen." Denn nach 13 Spieltagen grüßt die SGD vom vorletzten Tabellenplatz, zwei Punkte hinter dem rettenden Ufer. Verprassen wird Minge das Geld allerdings nicht: "Ein Blick die Glaskugel hilft keinem Weiter, es kostet nur Ressourcen." Heißt im Umkehrschluss, dass Mannschaftsverstärkungen nur mit Bedacht geholt werden. Inwieweit sich der Dresdener Weg entwickeln wird, wird sich schon nach der Länderspielpause wieder zeigen. Dann wird das Team von Trainer Fiel ausgerechnet beim Aufstiegsanwärter vom Hamburger SV gefordert sein - eine Rolle, in die sich die SGD gerne selbst hineinarbeiten würde.

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