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MSV Duisburg: Mühsam ernährt sich das Zebra

Drei Spiele in Folge ohne Niederlage mit dem MSV Duisburg in Verbindung zu bringen, hätte vor wenigen Wochen noch einem Hexenwerk geglichen. Nach dem Unentschieden in Aue und dem Last-Minute-Sieg gegen Magdeburg konnte den Zebras auch der Jahn aus Regensburg keine neuerliche Niederlage zufügen. Das lag vor allem in bzw. an den Händen von Felix Wiedwald.

"Dafür hat der MSV mich ja geholt"

Aus Thedinghausen in Bremen stammt Felix Wiedwald, die Weser fließt praktisch an der Stadtgrenze entlang und da war für den talentierten Torhüter der SV Werder Bremen die erste Anlaufstation. Und die vierte, denn zwischendurch kickte Wiedwald bereits einmal für den MSV Duisburg und für Eintracht Frankfurt. Nach diversen Rückkehr-Aktionen nach Bremen und Frankfurt führten den 28-Jährigen letztendlich auch wieder zum MSV Duisburg. Und dort zeigt er nach wie vor seine beste Leistung. "Dafür hat mich der MSV ja auch geholt", zeigte sich der Torhüter gegenüber der "IKZ-online" Bescheiden.

Dabei war Wiedwald beim 1:1-Auswärtsremis beim SSV Jahn Regensburg der Garant für den Punktgewinn gewesen. Reihenweise verzweifelten die Regensburger Offensivkräfte an den Paraden des Torhüters, der vermutlich auch den Einschlag zum 0:1-Treffer durch Hamadi Al Ghaddioui verhindert hätte, wäre der Ball nicht in letzter Sekunde abgefälscht worden und damit durch Wiedwalds Hosenträger flutschte. "Wir sind zufrieden, weil wir einfach weiterpunkten wollten. Um einfach das Gefühl zu haben, dass wir in der Lage dazu sind", erklärte auch Trainer Torsten Lieberknecht die positive Wende in den Köpfen der Zebras.

Besserer Fußball in Hälfte Zwei

Durch die Punktgewinne bei den direkten Konkurrenten, allen voran natürlich der Sieg gegen Madgeburg, sieht die Situation des MSV Duisburg nicht mehr so hoffnungslos aus, wie noch vor ein paar Wochen – auch die spielerische Qualität hat wieder etwas zugenommen, wenngleich die Partien mit MSV-Beteiligung keinen sogenannten Hurra-Fußball zeigen. "Ich denke, wir haben zwei verschiedene Halbzeiten meiner Mannschaft gesehen", stimmte auch Lieberknecht ein, der die Mentalität seiner Mannschaft hervorhebt. Das Wichtigste sei deshalb auch gewesen, die Körpergröße des Jahn zu verteidigen, obwohl bei den Duisburgern nach und nach alle kopfballstarken Abwehrspieler wegbrechen.

"In der zweiten Hälfte haben wir besseren Fußball gezeigt", erkannte Lieberknecht in der Phase nach dem Seitenwechsel, in der sich die Zebras nach langer Zeit wieder sichtlich gegen die Niederlage stämmten. Zur Belohnung erhielten sie einen Foulelfmeter, den Kevin Wolze gekonnt verwandelte. "In der einen Situation, das war ein 1000-prozentiger, hielt Felix Wiedwald uns dann in der Partie", freute sich der Trainer über die Stärke seines Torhüters. Mit Vincent Gembalies konnte außerdem ein Kicker aus dem eigenen Nachwuchs auf sich aufmerksam machen, der Innenverteidiger kam zur Halbzeit für den verletzten Enis Hajri ins Spiel.

U19-Kicker Gembalies ins kalte Wasser

"Gembalies hat das mit einer Bierruhe gemacht. Sich in so einem Spiel mit so einer Körperwucht zu präsentieren – als U19-Spieler dann so ein Spiel abzuliefern, auch mit den kleinen Fehlern, ist die Kehrseite der Medaille", zeigte sich Lieberknecht positiv zu den Leistungen des Nachwuchsspieler. Die besagte Kehrseite war allerdings, dass Gembalies auch gleichzeitig der allerletzte Strohhalm in der verletzungsgeplagten Abwehr des MSV Duisburg war. Eine Alternative könnte der 19-Jährige deswegen schon am kommenden Sonntag (13:30 Uhr) wieder sein, wenn der 1. FC Köln bei den Zebras zu Gast sein wird.