Münsters Schieflage wird ernst: "Ja, ich bin schon sauer"

Preußen Münster rauscht ungebremst in den Abstiegskampf. Nach der 1:2-Niederlage in Paderborn, bei der sich die Adlerträger durch einen Platzverweis selbst in unnötige Bedrängnis brachten, bewahrt nur noch das bessere Torverhältnis den SCP vor dem Abstiegs-Relegationsplatz. Cheftrainer Alexander Ende schöpfte Mut aus dem Zusammenhalt in der Mannschaft.

"Fressen im Moment schon sehr viel Dreck"

Zwei Spiele, zwei Niederlagen. Zum Auftakt ins neue Jahr präsentiert sich Preußen Münster in den Ergebnissen jämmerlich. "Ja, das ist schon hart. Wir fressen im Moment schon sehr viel Dreck", räumte Cheftrainer Alexander Ende nach Abpfiff ein. Gerade beim Spiel in Paderborn war augenscheinlich mehr drin, weil Münster auch mal wieder eine Führung erzielte. "Wir bekommen das, was wir uns sehr gewünscht haben. Mal in Führung gehen, mal Effektivität reinbringen ins Spiel. Das haben wir gemacht", zeigte Ende, wie viel Zuversicht in ihm steckte. Aber Paderborn schlug gnadenlos zurück.

Auch, weil Yassine Bouchama seiner Mannschaft schon nach 28 Minuten einen Bärendienst erwies. Wegen eines groben Foulspiels flog der Mittelfeldspieler mit Rot vom Feld. "Ja, ich bin schon sauer", ordnete Ende den Platzverweis ein. "Jeder weiß, dass er ein super Kerl ist, der in dieser Saison schon sehr, sehr viel für die Truppe gemacht hat. Wir wollen auch sehr aggressiv und intensiv sein, aber wir müssen schon auch noch schlau sein." Die Art und Weise, wie sich Bouchama im Zweikampfverhalten bei eigener Führung anstellte, stieß Ende auf. "Da müssen wir halt eine gewisse Emotionskontrolle haben", forderte der Coach, der in dem Platzverweis den Bruch im Spiel seiner Mannschaft sah.

"Schon die zweite bittere Pille in diesem Jahr"

Ende musste durchatmen. "Ich sehe gerade hier in der Statistik auch, dass wir 34 Prozent Ballbesitz hatten. So wenig hatten wir noch nie", räumte der 46-Jährige ein. Die individuellen Fehler wie die lange Zeit in Unterzahl wiederholten sich hingegen. Ende haderte damit, dass sich seine Mannschaft nicht für das Aufbäumen mit zehn Mann belohnen konnte. "Ich hätte mir sehr gewünscht, dass man es über die Zeit rettet, war aber leider nicht so", so Ende. "Am Ende ist das schon die zweite bittere Pille in diesem Jahr für uns."

Und für Münster wird es jetzt richtig gefährlich, denn der Trend zeigt schon seit längerer Zeit bedrohlich nach unten. Aus vier Spielen holten die Adlerträger zum Saisonstart schon sieben Punkte. Aus den übrigen 15 Partien folgten nur noch 13 Zähler. Münster zählt damit schon seit Monaten zu den formschwächsten Teams der Liga, das nur punktuell Highlights setzen konnte. "Diese Gruppe ist intakt", legte sich Ende dennoch fest. "Auch, wenn es heute eine Niederlage ist. Ich bin selber weit weg davon, Dinge schön zu reden. Aber wo guckt man genauer hin? Man guckt, wie eine Gruppe zusammensteht. Und ich finde, dass diese Gruppe zusammen kämpft." Allerdings fehlt Münster der Ertrag, sodass äußerste Vorsicht im Münsterland herrschen dürfte.

Das könnte Sie auch interessieren

Auch interessant

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"