• Facebook
  • Twitter

Nach antisemitischen Anfeindungen: Union schaltet Polizei ein

Der 1. FC Union Berlin hat die Polizei über einen antisemitischen Tweet gegen den Ingolstäder Profi Almog Cohen informiert. Ein vermeintlicher Union-Fan hatte den 30-Jährigen auf Twitter wüst beschimpft.

Union reagiert umgehend

Im Laufe der Zweitliga-Partie Union Berlin gegen Ingolstadt, die die Eisernen mit 2:0 für sich entschieden, wurde der aus Israel stammende Mittelfeldspieler Almog Cohen von einem Twitter-User antisemitisch beleidigt. Cohen war in der 65. Minute des Spiels des Platzes verwiesen worden, wenig später kam es zu den üblen Beschimpfungen. Seinen Tweet beendete der Nutzer mit dem Kürzel U.N.V.E.U. – kurz für "Und niemals vergessen – Eisern Union." Die Schanzer machten die Berliner, ebenfalls via Twitter, auf den Fall aufmerksam. Der Verein reagierte umgehend und schaltete die Polizei ein.

In einem weiteren Post wendete sich der FC Ingolstadt erneut an die Öffentlichkeit. Die Schanzer bedankten sich beim FC Union für die schnelle Reaktion und gaben ein Update zum weiteren Verlauf des Falls: "Ermittlungen sind eingeleitet und der Staatsschutz aktiv. Auch nach der schmerzlichsten Niederlage gibt es manchmal Wichtigeres. Vielen Dank an den FC Union für die unverzügliche Unterstützung! Und nun allen eine sichere Heimreise und gute Nacht", so der Zweitligist via Twitter.

DFB und Union beziehen Stellung

Auch der DFB äußerte sich am Samstag zu dm Vorfall: "Diesen widerlichen, antisemitischen Tweet verurteilen wir in aller Schärfe und fordern, dass dem konsequent nachgegangen wird", so Vize-Präsident Dr. Rainer Koch. Der DFB-Kontrollausschuss werde entsprechende Ermittlungen aufnehmen

Der 1. FC Union gab ebenfalls eine weitere Stellungnahme ab: "Ich schäme mich für solche Unioner. Wir werden alles daransetzen, sie zu isolieren und strafrechtlich verfolgen zu lassen. Union steht für humanistische und demokratische Werte. Wer diese nicht teilt, hat in unserem Verein und in unserem Stadion nichts verloren", so Union-Präsident Dirk Zingler. "Wir müssen den Kampf gegen die Verrohung unserer Gesellschaft entschlossen aufnehmen und ihn konsequent führen, auch in unseren Reihen."