Nach Fadenkreuz-Eklat: Hannover 96 gibt Statement ab

Im Rahmen der Protestwellen gegen den DFL-Entscheid zum möglichen Einstieg eines Investors kam es beim Spiel zwischen dem Hamburger SV und Hannover 96 zum Eklat. Im Block der Niedersachsen war ein Plakat zu sehen, auf dem das Konterfei von Geschäftsführer Martin Kind ins Fadenkreuz genommen wurde. Der Verein bezieht Stellung.

"Hamburger Staatsanwaltschaft wird tätig"

Schokotaler, Tennisbälle, Toilettenpapier - die Protestaktionen der Fußballfans in ganz Deutschland sind vielfältig. Einige Anhänger von Hannover 96 überschritten jedoch die Grenzen und wählten eine geschmacklose Form, indem im Laufe der zweiten Halbzeit im Spiel beim Hamburger SV drei Banner gezeigt wurden, auf denen stilisierte Konterfeis abgebildet waren - darunter auch von 96-Geschäftsführer Martin Kind. Im Fadenkreuz. Das Spiel war daraufhin für rund 30 Minuten unterbrochen worden. "Es ist bekannt, dass die Hamburger Staatsanwaltschaft tätig wird. Martin Kind wird aber auch selbst Anzeige erstatten", teilt Hannover 96 auf seiner Homepage nun mit.

Darüber hinaus erklärte der Verein, wie ein solcher Vorfall in Zukunft vermieden werden soll. "Die Gesamtentwicklung der zurückliegenden Wochen und Monate zeigt: Wir müssen und werden unsere Sicherheitsstrukturen überprüfen und verändern. Dazu stehen wir auch beim niedersächsischen Innenministerium im Wort", heißt es im Statement der 96er. "Ein verändertes Sicherheitskonzept mit Blick auf die neue Saison wird derzeit diskutiert. Es ist nicht ausgeschlossen, dass – angepasst an die weiteren Entwicklungen – bereits in den kommenden Wochen erste Maßnahmen realisiert werden." Um welche Maßnahmen es sich dabei handelt, ist unklar.

96 appelliert an angemessene Mittel

Fest steht, dass Hannover 96 eine zentrale Rolle in der geheimen Abstimmung rund um den DFL-Investoren-Streit einnimmt. Noch immer halten sich Spekulationen darüber, ob Martin Kind auf Weisung des Muttervereins abgestimmt hat. Ob die knappe Zwei-Drittel-Mehrheit für den Deal Bestand hätte, darüber streiten sich die Fußballfans. Hannover 96 teilt mit: "Nach der Abstimmung im Dezember hat kein Verein innerhalb der Widerspruchsfrist Einspruch eingelegt. Damit ist der Vorgang formaljuristisch abgeschlossen. Über das weitere Verfahren entscheiden jetzt Präsidium und Geschäftsführung der DFL."

Sind die Spekulationen um Kind womöglich haltlos? Hannover 96 will den Blick nach vorne richten. "Auch eine weitere Abstimmung könnte nur von der DFL initiiert werden. Dass Fanszenen ihre Vorbehalte äußern, ist vollkommen legitim. Die Wahl der Mittel muss jedoch angemessen bleiben", bittet der Verein um ein entsprechendes Verhalten seiner Zuschauer. Welche juristischen Folgen das Skandal-Banner haben wird, ist noch offen.

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