Nach Pleite gegen Wiesbaden: Thioune will den "Fallschirm ziehen"
Mit der 2:6 Pleite gegen Wehen Wiesbaden hat die aktuelle Talfahrt des VfL Osnabrück einen Tiefpunkt erreicht. Und auch in der Tabelle macht sich das Formtief des VfL immer deutlicher bemerkbar.
Ergebnis "nicht zu rechtfertigen"
Drei Minuten lang lief alles, danach im Grunde überhaupt nichts mehr: Als Girth in der dritten Minute traf sah es kurz aus, als könnte der VfL Osnabrück sich auf ein Spiel mit einer Führung im Rücken freuen. Doch Wiesbadens Schäffler machte diese Hoffnung umgehend zunichte: Bereits in der 5. Minute glich der Angreifer aus, dann nahm das Osnabrücker Chaos seinen Lauf. Vier weitere Gegentreffer fielen noch vor dem Pausenpfiff, ganz zum Schluss der Partie gab es auch noch das sechste Tor oben drauf. Zwischenzeitlich hatte Heyer zumindest auf 2:5 gestellt – Ergebniskosmetik, mehr nicht.
"Wir haben eine Menge dazu beigetragen, dass sich das Ergebnis so eingestellt hat", kritisierte Trainer Daniel Thioune auf der Pressekonferenz nach der Partie. Er sah "sehr viele Fehler. Fußball ist ein Fehlerspiel. Wir haben den Gegner eingeladen, Tore zu schießen. Und dann waren wir schneller im Hintertreffen, als uns lieb war."
Aus dem befreite sich der VfL auch nicht mehr und kassierte am Ende einer Niederlage, die laut Thioune "nicht zu rechtfertigen" sei: "Wenn man sechs Tore auswärts schießt, hat man verdientermaßen gewonnen. Alles, was an Kritik aufkommt, auf uns, auf mich einprasselt ist völlig angemessen und völlig korrekt."
Osnabrück will freien Fall stoppen
Trotz der herben Pleite prasselte am Ende aber eher Unterstützung auf Trainer und Mannschaft ein – wofür der Coach sich umfassend bedankte: "Das war gerade nach dem Spiel ein ganz geiler Moment für mich, auch wenn der Tag heute besonders weh tut. Aber die Fans sind da, sie unterstützen uns, sie tragen uns. Dafür möchte ich mich bedanken. Ich glaube, es fiel allen sehr, sehr schwer uns noch zu unterstützen, nach dem horrenden Rückstand."
Dennoch dürfte auch der Anhang langsam nervös werden. Denn auch der Coach stellte fest: "Aktuell sind wir ein bisschen im freien Fall. Und es ist an uns, den Fallschirm zu ziehen." Der in der Hinrunde aufgebaute, einmal deutliche Abstand zu den Abstiegsrängen schmilzt immer mehr dahin. Mittlerweile ist man auf Platz 12 angekommen – nur noch vier Zähler vom Relegationsplatz entfernt. Auf einen Sieg wartet der VfL Osnabrück im Jahr 2020 immer noch – und die Aufgaben werden nicht einfacher. Am kommenden Freitag geht`s zum Spitzenreiter aus Bielefeld.