Niederlage in Bochum: Aue hadert mit dem Schiedsrichter

Wieder musste sich Erzgebirge Aue mit einer bitteren Niederlage auf den Heimweg ins Lößnitztal machen. Beim VfL Bochum setzte es die dritte Pleite in Folge und aufgrund der nimmermüden Konkurrenz droht den Veilchen der Gang in die 3. Liga. Im Mittelpunkt an der Castroper Straße stand wieder das Schiedsrichtergespann um Daniel Schlager.

Assistent hebt nicht die Fahne

Hannes Drews hatte sich noch nicht einmal richtig auf seine Trainerbank gesetzt, da wurde er auch schon auf die Tribüne verwiesen. Doch was war passiert? Der VfL Bochum war in Führung gegangen, nach einer Kontersituation war Robbie Kruse frei durch und vollstreckte zum 1:0 bereits in der 3. Spielminute. Doch beim Zuspiel auf Kruse stand dieser klar im Abseits, Linienrichter Tobias Fritsch sah das nicht, der Treffer hätte nicht zählen dürfen. Bereits in der Vorwoche lag das Schiedsrichtergespann bei einem Spiel der Veilchen daneben. Trainer Hannes Drews reklamierte und wurde für sein Verhalten postwendend auf die Tribüne geschickt, dem jungen Schiedsrichter fehlte hier das Fingerspitzengefühl. Alles schien bereits gegen die Auer zu laufen, doch die Trotzreaktion kam. In der 17. Minute setzte Sören Bertram, der ein gutes Startelfcomeback gab, zum Sprint an und steckte perfekt auf Pascal Köpke durch. Diese Gelegenheit ließ sich der Torjäger nicht entgehen und glich zum verdienten 1:1 aus. Aue hatte den Fuß in der Tür und vor der Pause bekam Bertram sogar die Chance auf den Führungstreffer, den Riemann im Bochumer Tor jedoch stark vereitelte. Der VfL, der sich unter Robin Dutt fulminant aus dem Keller gespielt hatte, lauerte auf Konter und fand gegen die defensive 5-3-2 Formation der Veilchen auch einige Lücken. Lukas Hinterseer hatte die beste Möglichkeit für die Hausherren, vergab aber auch dank der guten Abwehrarbeit von Aues Malcolm Cacutalua.

Kempe fliegt, Köpke vergibt

Auch im zweiten Durchgang sollte es ereignisreich zugehen. Aue bekam an der Castroper Straße die Partie nicht wirklich in den Griff. Bochum konnte immer wieder das löchrige Mittelfeld überbrücken und das Auer Offensivspiel kam kaum noch in Tritt. Der VfL wurde stärker und immer wieder war Martin Männel im Auer Kasten gefordert. In der 65. Minute stand wieder Schiedsrichter Schlager im Mittelpunkt, nach einem schlampigen Ballverlust und dem schnellen Vorstoß der Bochumer brachte Dennis Kempe Kruse zu Fall. Diesmal lag der Schiedsrichter richtig und schickte den Auer Innenverteidiger aufgrund der Notbremse vom Platz. In Unterzahl konnten die Erzgebirger den VfL nicht mehr bändigen. In der 77. Minute schlug erneut Kruse zu, der begünstigt durch einen Fehler in der Auer Hintermannschaft, frei im Strafraum seinen ersten Doppelpack schnüren konnte. Aue versuchte es noch einmal, doch Köpke vergab die beste Chance in der 81. Minute. Der FC Erzgebirge Aue verliert unglücklich, auch aufgrund einer Fehlentscheidung in Bochum und rutscht im Tableau kurz vor die rote Zone. Nur noch ein Punkt trennt die Sachsen vom Relegationsplatz und sogar der direkte Abstieg droht, wenn sich die Veilchen nicht fangen.

Keine Ausreden suchen

Die Niederlage in Bochum darf die Veilchen nicht vor Wut lähmen, dem Schiedsrichter unterlief eine schwere Fehlentscheidung, doch allein das führte nicht zur Niederlage. Wie gegen Bielefeld, wie gegen Duisburg verloren die Lila-Weißen in der 2. Halbzeit ihre Ordnung und konnten den Gegner nicht aus dem Strafraum fernhalten. Zudem fehlt es in der Offensive an der Durchschlagskraft und Kreativität. Vor drei Wochen waren die Veilchen gefühlt schon sicher, jetzt droht wieder der Absturz. Im Sachsenderby gegen Dynamo Dresden kommt nun doch das unerwünschte Endspiel, Hannes Drews und seine Mannschaft sind zum Siegen verdammt. Nur mit drei Punkten können die Veilchen sich noch über Wasser halten, dafür müssen die eigenen Fehler abgestellt werden.

 

Das könnte Sie auch interessieren

Auch interessant

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"