Olaf Janßen bringt Dynamo Dresden auf Kurs

"Erstmal Hallo zusammen", begrüßt Olaf Janßen die anwesenden Journalisten. Er lächelt. Die Augen glänzen. Der inzwischen 47-jährige Krefelder ist das neue Gesicht von Dynamo Dresden. Es ist die erste Anstellung als Cheftrainer in seiner bisherigen Karriere. Das war schon immer sein Ziel wie er später verrät. Dynamo gewährt ihm nun die Möglichkeit, seine Trainerqualitäten unter Beweis zu stellen. Und man spürt sofort: Janßen ist fest entschlossen, diese Chance zu ergreifen.

 Problem erkannt, Problem gebannt

Mehr als vier Monate sind vergangen, seit dem Olaf Janßen als Nachfolger des entlassenen Peter Pacult vorgestellt wurde. Die Zahlen sprechen für Janßen: 18 Punkte aus 13 Spielen unter seiner Leitung sind eine gute Bilanz für einen Verein, der mitten im Abstiegssumpf steckt. Doch was verbirgt sich hinter diesen Zahlen? Olaf Janßen steht für Klarheit. Er erkennt und benennt die Probleme, die Erfolg verhindern und setzt sich zielstrebig für eine Lösung ein. Bereits auf der Pressekonferenz anlässlich seines Amtsantrittes beklagt der neue Coach mangelnden Teamgeist. Kurz darauf führt er die Sprachprobleme der ausländischen Spieler als Ursache der Grüppchenbildung im Team an und setzt sich für Deutsch-Kurse ein. Aber auch die deutschsprachigen Profis nimmt Janßen in die Pflicht, auf ihre Kollegen zuzugehen.

Janßen sorgt für Sympathiepunkte

Olaf Janßen bezeichnet sich selbst als „Teamplayer“. Das hört sich gut an; ist bei ihm aber mehr als eine leere Worthülse. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger Pacult steht Janßen für einen kommunikativen Trainertyp, der seine Mannschaft auffordert, mitzudenken. Zum Team gehören für ihn aber ebenso die Fans, auf deren Unterstützung er großen Wert legt. Auch das weitere Umfeld - die Journalisten - sind davon nicht ausgenommen: Kürzlich setzte der Dresdner Cheftrainer eine Pressekonferenz an, um alle auf die bevorstehenden Monate und das Ziel Klassenerhalt einzuschwören. Seine direkte Art kommt gut an. Janßen ist freundlich, aber bestimmt. Er scheut sich nicht, unangenehme Dinge anzusprechen: Nach den Vorkommnissen rund um das Spiel bei Arminia Bielefeld findet der Trainer deutliche Worte. Er fordert eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der Problematik – und bleibt dabei authentisch. Olaf Janßen sorgt für eine positive Außendarstellung des Vereins. Dies kann Dynamo Dresden nur allzu gut gebrauchen. Zu oft stehen Querelen in der Führungsetage und vermeintliche Fan-Ausschreitungen im Mittelpunkt der Berichterstattung.

Auf das Team wartet noch viel Arbeit

Zum momentanen Zeitpunkt muss man Janßen bescheinigen, dass seine Maßnahmen greifen. Die Mannschaft wirkt im Abwehrverbund stabiler. Rückschläge gibt es dennoch. Aber auch hier ist eine Veränderung zu erkennen: Wie beim Heimspiel gegen Kaiserslautern steckt die SGD voller Einsatzbereitschaft und Willenskraft. Das vom Trainer geforderte „Wir-Gefühl“ ist auf den Platz zurückgekehrt. Einer kämpft für den Anderen. Bis zum erhofften Klassenerhalt ist es jedoch noch ein weiter Weg für Dynamo. Die Konzentrationsschwächen im Spielaufbau sollten unbedingt abgestellt werden. Zu oft kassierte man Gegentreffer nach Fehlpässen. Neben der Passsicherheit, ist Janßen auch die taktische Variabilität wichtig. Er möchte seine Elf in der Offensive unberechenbarer machen. Doch der laufende Wechsel des Systems und der Positionen unter den Spielern ist nicht von heute auf morgen zu erlernen. Der Trainer ist sich dessen bewusst und setzt auf intensive Wochen der Vorbereitung. Diese sind die Grundlage, um die restliche Saison erfolgreich zu gestalten. Doch eine Frage steht aus: Ist „Neuling“ Olaf Janßen auch beim ersten kräftigen Sturm dazu in der Lage, seine Truppe auf Kurs zu halten?

FOTO: Olaf Beger

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