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Paderborns furiose Aufholjagd: "Aufgeben ist nicht so unser Ding"

Beim Auswärtsspiel in Fürth war der SC Paderborn am Samstag eine komplette Halbzeit in Unterzahl und lag bis zwei Minuten vor Spielende mit 0:2 zurück. Als Verlierer ging der Aufsteiger aber dennoch nicht vom Platz.

Boeder wird zum Matchwinner

Es lief die 89. Spielminute, als der SCP einen Freistoß zugesprochen bekam. 0:2 stand es zu diesem Zeitpunkt aus Sicht des SCP, nachdem Mohr (55.) und Keita-Ruel (84.) die SpVgg Greuther Fürth auf die vermeintliche Siegerstraße gebracht hatten. Doch als Philipp Klement den Freistoß in besagter Minute direkt im Tor unterbrachte, war Paderborn wieder da.

Und nur zwei Minuten später kannte der Jubel dann keine Grenzen mehr: Nach einer Hereingabe von Innenverteidiger Uwe Hünemeier aus dem Halbfeld hielt der zur Pause eingewechselte Rechtsverteidiger Lukas Boeder den Fuß hin und brachte den Ball in der Nachspielzeit tatsächlich zum 2:2 im Tor unter – irre! Hinzukam: Der SCP agierte in der kompletten zweiten Halbzeit in Unterzahl, nachdem Mohamed Dräger kurz vor der Pause Gelb-Rot gesehen hatte.

"Wir haben einfach weiter gemacht"

"Nach dem 0:2 haben wir uns nicht zurückgezogen und gesagt: Dann sichern wir mal ab. Wir haben einfach weiter gemacht. Es ist schön zu sehen, wie die Jungs das umgesetzt haben", lobte Trainer Steffen Baumgart im "Westfalen Blatt". Auch Manager Markus Krösche war voll des Lobes über die furiose Aufholjagd: "Es zeigt, welche Mentalität die Jungs haben." Kapitän Christian Strohdiek hob die Einstellung seiner Mitspieler gegenüber der Zeitung ebenfalls hervor: "Wir haben vom Fußballerischen und vom Kampfgeist her eine überragende Truppe. Eine Truppe, die nie aufgibt und nie versucht, ein Ergebnis zu verwalten." Und überhaupt: "Aufgeben", stellte Last-Minute-Torschütze Lukas Boeder klar, "ist nicht so unser Ding." Auch wenn der Punktgewinn am Ende etwas glücklich zustande kam: Verdient war allemal – allein schon aufgrund der großen Moral.

Im letzten Moment wendete der SCP die zweite Niederlage der Saison ab und nahm erstmals nach über acht Jahren wieder etwas Zählbares aus Fürth mit. Vor dem anstehenden Heimspiel gegen den VfL Bochum belegen die Ostwestfalen den neunten Tabellenplatz und blicken auf einen gelungenen Saisonstart zurück.