Punkt für Münster, aber Misere hält an: "Mal hässlich zu Null spielen"
Die Misere von Preußen Münster hält an. Beim 1:1-Unentschieden in Nürnberg entführten die Adlerträger glücklich einen Punkt, der Cheftrainer Alexander Ende nur geringfügig zufrieden stellte. Ein Abstiegsplatz droht nach sechs sieglosen Spielen in Folge aber noch nicht.
"Diese Truppe hat Charakter gezeigt"
"Ich habe schon oft auf diesem Platz am Podium gesessen und das Gefühl gehabt, dass mehr in einem Spiel drin gewesen wäre. Heute weiß ich nicht, wie wir es mit einem Unentschieden in die Pause geschafft haben", erklärte Preußen-Coach Alexander Ende auf der Pressekonferenz nach dem Remis in Nürnberg. Die Adlerträger waren im ersten Abschnitt klar unterlegen, aber der FCN nutzte seine Chancen nicht. Eine Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte ließ zumindest den glücklichen Punktgewinn am Valznerweiher zu. Doch die Misere in Münster hält an.
Sieben Punkte nach vier Spielen, aber nur noch 14 Zähler aus 16 weiteren Partien. Die Bilanz der Adlerträger ist erschreckend, denn sie bewegt sich fernab jeglicher Konstanz. Erfolgserlebnisse wurden inzwischen zur Rarität, was auch Ende nicht zufrieden stellte. Gerade nach der ersten Halbzeit. "Ich war schon sauer gewesen, weil sie Nürnberg alles gegeben haben, was sie haben wollten. Wir haben es heute nicht verstanden. Unsere Qualität am Ball war heute nicht das, was wir schon öfter auf den Platz gebracht haben", wetterte der 46-Jährige - nicht zum ersten Mal. Folgerichtig wurde Münster mit dem Gegentreffer bestraft. "Dann gibt es zwei Möglichkeiten", so Ende. "Entweder knickst du komplett ein und das Ding geht den Bach herunter, oder du stemmst dich dagegen. Und diese Truppe hat Charakter gezeigt."
"Vielleicht war das nicht unser bestes Spiel"
Münster kämpfte sich tatsächlich in die Partie zurück und ergatterte den Punkt, der vor allem für die Moral ein Fingerzeig sein kann. "Er ist vielleicht glücklich für uns, aber wie gesagt, das nehme ich ausnahmsweise auch mal sehr gerne heute mit", ordnete Ende ein. Auch Kapitän Jorrit Hendrix, der den Ausgleich besorgte, atmete durch. "Vielleicht war das nicht unser bestes Spiel, aber du kannst immer gut sein wie gegen Karlsruhe oder Paderborn, und am Ende stehen wir mit nichts da", verwies der Niederländer darauf, dass in Nürnberg wenigstens ein Punkt herausgesprungen ist. "Manchmal muss man auch hässlich spielen auf die Null." Dank des Punktgewinns und der Konstellation, dass Konkurrenten wie Dresden und Bielefeld gegeneinander spielen, kann Münster an diesem Wochenende nicht in die Gefahrenzone abrutschen. Doch es benötigt eine dauerhafte Steigerung, wie allen Beteiligten bewusst war.