RB Leipzig setzt sich nach Blitztor an die Tabellenspitze
Durch ein Tor von Kapitän Frahn hat RB Leipzig das Sachsenderby gegen Erzgebirge Aue 1:0 gewonnen und nistet sich mit dem Sieg an der Tabellenspitze der 2. Liga ein. Im Folgenden erklärt liga2-online.de, wie der Heimerfolg der Messestädter zu Stande kam. Es war noch nicht jeder der knapp 35.000 Zuschauer auf seinem Platz, da lag das Spielgerät bereits im Auer Gehäuse. Novikovas traf bei seinem Klärungsversuch Jung, von dessen Kopf der Ball vor die Füße von Frahn fiel. Der Stürmer fackelte nicht lange und traf mit seinem ersten Zweitligator zur Leipziger Führung. "Nach zwei Minuten hatte sich unser Matchplan erledigt“, kommentierte Gästetrainer Götz den frühen Rückstand. Die Erzgebirgler wollten ursprünglich in der Defensive kompakt stehen, möglichst lange das 0:0 halten und über Konter Nadelstiche setzen. Durch das zeitige Gegentor waren die Veilchen schon frühzeitig dazu gezwungen, selbst die Initiative zu ergreifen. Doch dazu kam es nicht. Die Hausherren hatten das Geschehen fest im Griff und schnürten die Gäste in der eigenen Hälfte ein. Dennoch verpassten es die Roten Bullen frühzeitig für klare Verhältnisse zu sorgen, zu ungenau waren die finalen Pässe und Abschlüsse. Kurz vor der Pause ließ ein Schockmoment das Stadion den Atem anhalten: Hoheneder stürzte nach einem Luftkampf unglücklich auf den Kopf, war kurze Zeit bewusstlos und musste auf einer Trage abtransportiert werden. Nachdem das Schlimmste zu befürchten war, gab es am Tag darauf Entwarnung. Der Abwehrspieler hat sich nichts gerochen, sondern „nur“ eine Stauchung der Halswirbelsäule zugezogen. Durch die Verletzung des Innenverteidigers kam Marvin Compper zu seinem Debüt im RB-Dress.
Leipzig rettet Vorsprung über die Zeit
Nach der Pause agierten die Leipziger nicht mehr so druckvoll wie noch vor dem Seitenwechsel. Ob daran der Schock der Hoheneder-Verletzung oder die Nachwirkungen der 120 Pokalminuten gegen Paderborn ihren Anteil hatten, ist unklar. Jedenfalls wurden die Gäste vor den Augen von Weltmeister Sami Khedira, der seinen Bruder von der Tribüne aus beobachte, in der zweiten Halbzeit mutiger, blieben über weite Strecken aber weiterhin harmlos. Einzig der eingewechselte Anier sorgte für etwas Gefahr vorm Leipziger Gehäuse. Erst scheiterte er an Torhüter Bellot, kurze Zeit später wurde er von Teigl in letzter Sekunde abgeblockt. Die Roten Bullen setzten im Angriff kaum noch Akzente. Lediglich Thomalla sorgte mit zwei Einzelaktionen für Offensivaktionen. „In der zweiten Halbzeit haben wir nicht gut gespielt. Wir waren nicht bereit gegen den Ball zu arbeiten und hatten viele leichte Ballverluste“, zeigte sich Trainer Zorniger unzufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft in den zweiten 45 Minuten.
Wiedersehen im DFB-Pokal
Ende Oktober gastiert Erzgebirge Aue erneut in der Red Bull Arena – zur 2. Runde des DFB-Pokals. Auch dann wird viel von den Defensiven der beiden Teams abhängen. Vor allem seine Hintermannschaft machte der Leipziger Übungsleiter für den Derbysieg verantwortlich: "Wir haben heute nichts zugelassen, unsere Abwehr hat heute sehr gut gearbeitet.“ In der Tat war einmal mehr die stabile Abwehr die Grundlage für den Sieg der Sachsen. Nach den ersten drei Spielen warten die Roten Bullen immer noch auf das erste Gegentor – als einzige Mannschaft in Liga 2. Den daraus resultierenden Tabellenplatz wollte Ralf Rangnick nicht überbewerten. „Die Tabelle zeigt erst nach 10 Spieltagen eine Tendenz an“, wollte der Sportdirektor von einer Favoritenrolle Leipzigs nichts wissen. Noch nicht.
FOTO: GEPA Pictures