Ridge Munsy: Das fehlende Puzzlestück

Er war der einzige Winterneuzugang der Veilchen und schlug richtig ein, Leihgabe Ridge Munsy. Der 28-Jährige, der vom altehrwürdigen Grasshoppers Club Zürich kam, konnte sich auf Anhieb im Erzgebirge durchsetzen und ordnete sich im Dreiersturm der Veilchen ein.

Ein guter Fang

„Tout va bien“, fast alle seine Beiträge in den sozialen Netzwerken unterschreibt Ridge Munsy mit diesem Spruch. „Alles ist in Ordnung“, das passt zurzeit gut zum FC Erzgebirge Aue, der dank der Tore von Munsy auf dem besten Weg zum Klassenerhalt in der 2. Bundesliga ist. Drei Treffer und zwei Torvorlagen verbuchte der Angreifer bereits in seiner kurzen Zeit im Lößnitztal. Doch viel mehr als mit seinen Toren, hilft der Schweizer den Veilchen vor allem durch seine bloße Präsenz. Mit 1,88 m ist er der größte Auer Stürmer und der schnellste. Zudem verfügt er über eine seine gute Technik am Ball. In der Hinrunde fehlte den Veilchen genau das, ein Stürmer mit diesem Format. Echte Kopfballgefahr ging von den Erzgebirgern gar nicht aus, auch die Durchschlagskraft fehlte dem Dreiergespann im Angriff. Gegnerische Abwehrreihen konnten sich allein auf Pascal Köpke konzentrieren, der Ende der Hinrunde kaum die Möglichkeit bekam sich zu entfalten. Mittlerweile blüht auch der 22-Jährige wieder auf dem rechten Flügel auf, auch weil nun zwei brandgefährliche Stürmer den Abwehrreihen Sorgen machen. Dank der Verpflichtung von Ridge Munsy verfügt der Auer Sturm über die nötige Tiefe. Einzig seine Chancenverwertung muss der Schweizer noch verbessern, zu viele hochprozentige Chancen ließ Munsy ungenutzt.

In Zürich auf dem Abstellgleis

In der Schweizer Hauptstadt dürfte man die sportlichen Erfolge von Munsy mit gemischten Gefühlen beobachten. Zum einen winkt eine Ablösesumme, sollte sich der FCE dazu entschließen die Kaufoption zu ziehen. Andererseits läuft es bei den Grasshoppers derzeit alles andere als gut. In der Liga rangiert der Verein auf einem Mittelfeldplatz und nur mit zwei Siegen im neuen Jahr wird der GCZ die internationalen Ränge wohl nicht mehr erreichen. Großes Manko bei den Schweizern ist der Sturm, in neun Spielen gelangen nur acht magere Treffer. Die Leihgaben Kenan Kodro und Marco Djuricin, die beide schon in der Bundesliga aufliefen, enttäuschten bislang. Man könnte glatt meinen, den Grasshoppers fehlt ein Stürmer wie Ridge Munsy. Doch in Zürich konnte Munsy an seine starken Leistungen beim FC Thun nicht anknüpfen und pendelte meist zwischen Bank und Tribüne.

Nächster Streich in Bielefeld?

Zurück nach Aue, wo man in der Liga seit acht Spiele ungeschlagen ist und es jetzt nach Ostwestfalen zur Arminia aus Bielefeld geht. Die Mannschaft der Arminen von Jeff Saibene spielt eine blitzsaubere Saison und rangiert dank eines guten Saisonstarts weiterhin in der oberen Tabellenhälfte. Auf die Veilchen wartet eine der offensivstärksten Mannschaften der 2. Bundesliga. Ein Auge müssen die Sachsen insbesondere auf Andreas Voglsammer und Konstantin Kerschbaumer werfen, die für die meisten Bielefelder Treffer in dieser Spielzeit sorgten. Die Bilanz zwischen den beiden Traditionsvereinen ist ausgeglichen, zwei Siege gelangen jedem, die restlichen Spiele endeten unentschieden. Auf der Bielefelder Alm konnten die Erzgebirger bisher nur einen Sieg einfahren, 2010 gewann man dank eines Elfmeters von Thomas Paulus in den letzten Minuten. Für Ridge Munsy und Co. gilt es am Samstag die starken und vor allem konstanten Leistungen der letzten Wochen wieder abzurufen. Nur mit einer ebenso disziplinierten Abwehrleistung und einem effizienten Angriffsspiel wie in Regensburg können die Veilchen sich etwas Zählbares erkämpfen. Präsident Helge Leonhardt forderte für den sicheren Klassenerhalt 45 Punkte, dafür müssten die Kicker um Ridge Munsy noch zweimal gewinnen.

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