Riesenenttäuschung in Ingolstadt: "Müssen das irgendwie verarbeiten"

Nach fünf Niederlagen in Folge ist die Stimmung beim FC Ingolstadt auf dem Tiefpunkt: Fünf Zähler fehlen den Schanzern derzeit auf den Relegationsplatz, bei noch sieben ausstehenden Spielen. Doch gerade die späte Pleite gegen den SV Sandhausen drückte jegliche Hoffnung auf den Klassenerhalt merklich.

"Keine Durchhalteparolen" von Keller

Als Ingolstadts Defensivmann Paulsen in der zwölften Minute der Partie eine Kotzke-Flanke aus kurzer Distanz zur Führung verwandelte, schien der Bann gebrochen: Der FCI war in Führung gegangen und drückte auf den zweiten Treffer. Doch erneut sollte die Negativserie der Schanzer kein Ende finden: Behrens (55.) und Wooten (90+2.) drehten die Partie zugunsten der Gäste in buchstäblich letzter Minute - und dem FCI blieb am Ende wieder einmal nur der Platz als zweiter Sieger.

Der Frust war Trainer Jens Keller auf der Pressekonferenz nach dem Spiel deutlich anzumerken: "Wir haben ein ganz ganz wichtiges Spiel zuhause verloren. Im Moment fehlen mir da ein bisschen die Worte", äußerte der Coach, den die Partie sichtlich mitgenommen hatte: "Wir müssen das jetzt erst mal irgendwie verarbeiten, das wird schwer genug. Heute ist es erst mal eine Riesenenttäuschung."

Bei fünf Zählern Rückstand auf den Relegationsplatz wird die Luft allerdings immer dünner: "Es gibt für mich jetzt keine großen Durchhalteparolen. Die Mannschaft ist enttäuscht, der Verein ist enttäuscht, das Trainerteam ist enttäuscht", so Keller, der eine Kampfansage für die letzten Spiele vermied: "Ich werde mich nicht hier hinsetzen und sagen 'ja, wir packen das'“.

Träsch: "Wir stehen nicht umsonst da unten"

Wootens Lupfer-Tor in der Nachspielzeit hatte dem FCI den Stecker gezogen. Gerade nach der ordentlichen Leistung des Tabellenschlusslichts kam der Lucky Punch für den SV Sandhausen für die Schanzer zur Unzeit: "Am Ende stehen wir wieder mit einer Niederlage da und heute fällt es extrem schwer, das in Worte zu fassen", fasste auch Robin Krauße zusammen. Mitspieler Christian Träsch zog ein ähnliches Fazit: "Es ist wieder einmal bitter, man sieht - wir stehen nicht umsonst da unten."

Die Mannschaft hat die Hoffnung bei aller Enttäuschung aber noch nicht aufgegeben: "Aber was soll das Gerede", so Träsch: "Wir machen weiter und können den Rückstand immer noch aufholen. Es sind noch sieben Spiele mit fünf Punkten auf den Relegationsplatz." Einfacher werden die Aufgaben dabei nicht: Schon die nächsten drei Spiele gegen Duisburg, Kiel und Bielefeld haben es in sich, danach warten Dynamo Dresden und der HSV bevor es zum Saisonabschluss gegen den SV Darmstadt und den 1. FC Heidenheim geht: "Der 34. Spieltagist noch nicht gespielt und wir können noch punkten", urteilt Krauße und setzt für den Saisonendspurt auf den Teamgeist: "Es muss auch dem Letzten bewusst sein, dass es hier nicht nur um Einzelschicksale sondern den gesamten Verein geht."

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