Ruthenbeck: "Jetzt weiß ich, wir sind mittendrin und voll dabei"

Bitter verlief das Heimspiel gegen Schlusslicht Energie Cottbus für den VfR Aalen. Dank eines „Last-Minute-Treffers“ durch den Cottbuser Sven Michel in der 93. Spielminute endete das Spiel vor 5.571 Zuschauern in der Scholz-Arena nur 2:2. Dabei fing das Spiel gut an für den VfR, der durch ein Traumtor Marke Tor des Monats von Sascha Traut nach 4 Minuten in Führung ging, die jedoch in der 10. Spielminute durch den Cottbuser Kapitän Uwe Möhrle egalisiert wurde. Die erneute Aalener Führung erzielte Oliver Barth in der 82. Spielminute. Während es für Energie Cottbus der erste Punktgewinn nach 9 Niederlagen in Folge war, sind die Ostälbler nun bereits seit 5 Spielen ohne Sieg und rutschten auf Platz 13 ab.

Schock in der Nachspielzeit

Groß war der Schock nach dem Ausgleichstor in der Nachspielzeit – Schiri Martin Thomsen pfiff das Spiel danach sofort ab – beim VfR Aalen. Alles rechnete schon mit 3 wichtigen Punkten im Kampf gegen den Abstieg die im Hinblick auf die kommenden Aufgaben (Kaiserslautern, Karlsruhe, 1860 München) sehr wichtig gewesen wären. Fassungslos war hinterher nicht nur Sascha Traut: „Wir sind alle stehen geblieben. Nach dem 2:1 haben wir richtig schlecht gespielt, da darf der Gegner eigentlich gar nicht an den Ball kommen. Mein Traumtor habe ich schon wieder vergessen“. Neuzugang Maximilian Oesterhelweg, der zu seinem ersten Einsatz im Schwarz-Weißen Trikot kam, meinte: „Ich bin fassungslos, der Stachel sitzt tief. Das 2:2 passiert, weil wir nicht bis zur letzten Sekunde hellwach waren“. Oliver Barth wurde zum tragischen Helden. Nachdem er in der 82. Spielminute die Aalener mit seinem Tor zum 2:1 vermeintlich auf die Siegerstraße brachte, ging er in der Nachspielzeit völlig überflüssig an der Strafraumgrenze gegen den Ex-Aalener Steffen Bohl zu Werke. Freistoß pfiff der Schiedsrichter, den Bohl selber trat und an die Latte schoss. Im zweiten Versuch köpfte Matthias Fetsch nochmals gegen die Latte, ehe der eingewechselte Sven Michel die Kugel letztlich doch über die Linie bugsierte. Während die Aalener zu Tode betrübt waren, war der Jubel bei den Lausitzern natürlich grenzenlos, obgleich das Remis wohl zu wenig bei der anstehenden Mission Impossible, die den drohenden Abstieg in die 3. Liga noch verhindern soll, sein könnte. „Ich bin überglücklich, Der Ball fiel mir vor die Füße. Alles ging relativ schnell, dann war der Ball auch schon über der Linie. Ich hoffe, dass es der Mannschaft jetzt einen Ruck gibt. Man hat am Jubel gesehen wie gut das tat“, sagte Michel.

Frühe Führung nach Traumtor von Sascha Traut

Dabei fing das Spiel richtig gut an für den VfR Aalen, bei denen Sascha Traut, Robert Lechleiter und Kapitän Leandro Grech, der seinen Vertrag kürzlich bis 2016 verlängerte, wieder in die Startelf zurückkehrten. In der 4. Spielminute drosch der Aalener Rechtsverteidiger, nach einem Eckball von Leandro, den Ball aus 25 Metern volley ins Tor. Ein Tor Marke Tor des Monats, welches man so nicht oft zu sehen bekommt. Doch die Gäste aus Brandenburg zeigten sich nicht geschockt und spielten weiterhin engagiert nach vorne und wurden nur 6 Minuten später dafür belohnt. Nach einem Eckball der Cottbuser brachte die Aalener Abwehr den Ball nicht aus der Gefahrenzone und der gebürtige Schwabe Uwe Möhrle erzielte den Ausgleich.

Kurze Zeit später dann eine strittige Szene im Cottbuser Strafraum. Daniel Buballa ging an Mateo Susic vorbei und kam dann plötzlich zu Fall. Doch der Schiedsrichter entschied sofort auf weiterspielen. Trainer Stefan Ruthenbeck haderte hinterher mit dieser Entscheidung: „Es gleicht sich zwar alles aus, aber es ist schon seltsam, dass wir noch nie einen Elfmeter bekommen haben“. Bis auf eine Verletzung von Michael Klauß und kleinen Chancen von Leandro und Robert Lechleiter passierte in der Folgezeit nicht mehr viel, so dass es nach 45 Minuten 1:1 stand. Nach dem Wechsel erhöhten die Gastgeber den Druck und kamen durch Oesterhelweg (50.), Leandro (55.), Cidimar (74.) und Andreas Hofmann (75.) zu Chancen. Doch das der VfR daraus ebenso wenig Kapital erzielte wie aus 16 Flanken, ist der Tatsache geschuldet, dass Zentrumsstürmer Joel Pohjanpalo dieses Mal wenig präsent war. Nach 82 Minuten war der Jubel auf der Ostalb dennoch grenzenlos, denn Oliver Barth gelang nach Vorarbeit von Hofmann das 2:1. Danach geriet der VfR jedoch plötzlich unter Druck und wurde dann letztlich in der Nachspielzeit dafür bestraft.

Langer und schwieriger Weg

Nach dem ausbleibenden Befreiungsschlag sieht Stefan Ruthenbeck schwierige Wochen auf den VfR zukommen: „Dass wir gegen Aue und Cottbus unterm Strich nur zwei Punkte geholt haben, ist ein Problem. Wenn Du Deine Heimspiele nicht gewinnst wird es schwierig. Viele haben gesagt, dass wir nicht in Abstiegsnot sind. Jetzt weiß ich, wir sind mittendrin und voll dabei. Das wird ein langer, schwieriger Weg“. Energie-Trainer Stephan Schmidt sagte, dass „wir nach Aalen gefahren sind um 3 Punkte zu holen“, doch das im Nachhinein das 2:2 für die Köpfe und die Moral seiner Spieler sehr gut gewesen sei. Für Energie Cottbus steht das nächste Spiel schon am Freitag (18.30 Uhr) gegen Erzgebirge Aue an, während für den VfR Aalen der schwere Anstieg auf den Kaiserslauterer Betzenberg (Sonntag, 13.30 Uhr) bevorsteht. „In Kaiserslautern müssen wir nun etwas holen“, blickt Ruthenbeck voraus.

 

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