SC Freiburg: Aus der Not einmal mehr eine Jugend machen

Den Abstieg wird man zwar beim SC Freiburg noch immer nicht ganz verdaut haben - dafür war der letzte Spieltag einfach zu spannend und das Ende zu packend - doch allmählich kehrt der Alltag wieder ein im Breisgau. Die normalen Mechanismen des Profifußballs greifen und Leistungsträger verlassen den Sport-Club. Mit Admir Mehmedi (Bayer Leverkusen), Roman Bürki (Borussia Dortmund), Jonathan Schmid (TSG Hoffenheim), Oliver Sorg (Hannover 96) und Nils Petersen (Werder Bremen) haben Stützen der letzten Monate oder gar Jahre bereits Abschied genommen. Die eingenommenen knapp 19 Millionen Euro braucht der Verein, um weiterhin in gewohnt vernünftiger Weise wirtschaften zu können. Die Kaderplanung für den Wiederaufstieg stützt sich derweil jedoch weniger auf Millionen sondern auf eine altbekannte Stärke der Freiburger - aus der Not wird eine Jugend gemacht.

Nur Vincenzo Grifo kostet Millionenbetrag - Mit Talenten in die Zukunft

Trainer Christian Streich ließ keinen Zweifel aufkommen, ob er weiterhin in Freiburg bleiben wird und entsprechend zieht er auch zur neuen Saison seine klare Richtlinie durch -  Junge Spieler sollen weiterentwickelt werden. Die ersten Neuzugänge unterstreichen dies: Die acht externen Transfers erreichen ein Durchschnittsalter von unter 22 Jahren. Zudem kamen außer Vincenzo Grifo (1,5 Millionen) und Tim Kleindienst (250.000) alle Spieler ablösefrei in den Breisgau. Spielern wie Grifo, Kleindienst, Alexander Schwolow oder Lukas Kübler wird teilweise enormes Potential zugeschrieben und Amir Abrarshi bringt bereits einiges an internationaler Erfahrung mit. Zudem hat der SCF vier hoffnungsvolle Spieler aus dem eigenen Nachwuchs in den Profikader geholt, die ebenfalls auf Einsatzzeiten hoffen können. Hinzu kommen Akteure wie Felix Klaus, Maximilian Philipp oder Immanuel Höhn, die bereits in der Bundesliga mehr oder weniger fest zum Stammkader gehörten. In Freiburg dürften die ersten Fans schon von einer weiteren Generation des jungen, frechen Fußballs der südbadischen Truppe träumen. Wie schnell der Kader jedoch zusammenwächst bleibt noch abzuwarten und vor allem wie sich ein Fehlstart auf die junge Mannschaft auswirken würde.

Routiniers als Führungsspieler? - Wer wird noch wechseln?

Aus diesem Grund sind auch erfahrene Spieler wichtig. Von dieser Sorte sind aktuell mit Mike Frantz (28), Karim Guédé (30) und vor allem Julian Schuster (30), Sascha Riether (32) und Mensur Mujdza (31) noch einige im Kader vertreten. Besonders Kapitän Schuster könnte eine Schlüsselrolle in der kommenden Saison zufallen. Hoffnung auf einen Verbleib des 30-Jährigen besteht zurecht, denn er kündigte selbst im Frühjahr an, auch im Falle eines Absteigs im Breisgau bleiben zu wollen. Weniger deutet auf einen Verbleib von Vladimir Darida oder Christian Günter hin, die bereits im Fokus einiger Bundesligisten stehen sollen. Auch Talent Marc-Oliver Kempf wurde schon im Bezug auf andere Teams genannt. Wie der Kader letztlich aussehen wird, werden die nächsten Wochen zeigen. In Freiburg kennt man solche Situationen jedoch und gemeistert haben die Breisgauer sie zuletzt immer auf höchstem Niveau.

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