SC Paderborn siegt verdient mit 1:0 beim 1. FC Köln

Eine sehr empfindliche 0:1-Heimniederlage hat der 1. FC Köln am gestrigen Nachmittag gegen den SC Paderborn 07 kassiert. Vor 48 100 Zuschauern haben die Rheinländer trotz zahlreicher Torchancen in der Schlussphase letztlich verdient gegen die Ostwestfalen verloren. Mit einem enormen Laufvermögen, einer hohen taktischen Disziplin und einem schnellen Umschaltspiel bereiteten die Breitenreiter-Schützlinge dem Zweitliga-Primus mächtig Sorgen. Trotz dieser „Nullrunde“ aus FC-Sicht bleibt man weiterhin auf dem ersten Tabellenplatz. Vier Punkte Vorsprung hat man vor dem Zweiten Greuther Fürth, während Relegationsplatzinhaber 1. FC Kaiserslautern fünf Zähler weniger aufweist. Der SC Paderborn hat sich mit nunmehr 32 Punkten im Verfolgerfeld positionieren können.Nur zwei Punkte Rückstand hat man auf dem dritten Rang. Solch eine Leistung hat die Paderstädter absolut berechtigt in diesen erlauchten Kreis kommen zu können.

Einige Veränderungen in Paderborner-Startelf

In mehreren Testspielen in der Wintervorbereitung hat Köln-Coach Peter Stöger auch ein 4-2-3-1-System einüben lassen. Einige Experten hatten tatsächlich mit dieser taktischen Variante gerechnet. Auch aus Respekt vor den unberechenbaren Paderbornern hat er sich jedoch für die altbewährte 4—4-2-Variante entschieden. Personell gab es keine allzu großen Überraschungen. Ujah und Helmes haben den Doppelsturm gebildet. Etwas anders gestaltete sich hingegen die Situation beim SCP, wo gleich vier Änderungen vorgenommen wurden. So erhielt die Neuverpflichtung von Eintracht Frankfurt, Bakalorz, ein Mandat in der Startformation. Ebenso Hartherz, Kachunga und Ziegler, die statt dem zu RB Leipzig gewechselten Demme, dem gelbgesperrten Hartherz sowie Saglik und Wurtz, die beide nicht einmal im Kader standen. Diese defensive Grundordnung mit der taktischen Formation 4-1-4-1 behielten sie über weite Teile der Partie bei. Die gezielten Konter sorgten jedoch häufig für Gefahr bei den Gastgebern.

„Niederlage ist Überraschung, aber keine Sensation“

Im ersten Spielabschnitt entwickelte sich eine Partie auf taktisch ansprechendem Niveau. Paderborn machte es dem Favoriten aus dem Rheinland mächtig schwer und gewann die Mehrzahl an Zweikämpfen. Köln konnte ebenfalls mit einer hohen taktischen Disziplin agieren, ließ jedoch das kreative Momentum schmerzlich vermissen. Torchancen erarbeiteten sich die Geißböcke nicht. Torgefährliche Situationen waren eher Mangelware. In der Defensive sicher und mit Mut in die Offensive agierten die Paderborner und verdienten sich das torlose Remis zur Halbzeit mehr als redlich. In der Schlussphase des ersten Spielabschnitts hingegen konnte Freistoßkünstler Alban Meha einen Standard in die Arme von Köln-Keeper Horn befördern. Quasi mit dem Halbzeitpfiff war es Helmes, der einen Kopfball an die Querlatte köpfen konnte. Köln-Trainer Stöger hat sich enttäuscht zu diesem Spiel geäußert: „Alles in allem bin ich heute enttäuscht. Meine Mannschaft ist in diesem Spiel nicht an ihre Leistungsgrenze gegangen. Wir haben leichtsinnig Standards produziert, einer davon brachte den Gegentreffer. Die Niederlage ist eine Überraschung, aber keine Sensation.“

Köln bemüht aber glücklos

In den zweiten 45 Minuten musste sich besonders aus FC-Sicht so einiges verändern. Die Offensive sollte auch durch zwei Einwechslungen deutlich mehr forciert werden. So hatte Peter Stöger mit den Einwechslungen vom jungen Neuzugang Bard Finne und Slawomir Peszko für Ujah und Gerhardt die richtigen Konsequenzen gezogen, denn das FC-Spiel wurde deutlich besser. Zunächst jedoch mussten die Kölner einen Rückschlag kassieren, denn gerade einmal eine Minute war im zweiten Abschnitt gespielt, als Meha einen Freistoß zur 1:0-Gästeführung verwandeln konnte. Ein direkter Freistoß wurde von der linken Strafraumgrenze geschossen und von Kölns-Daniel Halfar noch abgefälscht. FC-Keeper Horn machte dabei keine gute Figur. Köln wirkte zunächst etwas geschockt, kam aber ab der 60. Spielminute mit mehr Konsequenz vor das Paderborner-Tor. Peszko konnte SCP-Keeper Lukas Kruse mit einem satten 18-Meter-Schuss prüfen. Der Norweger Finne bekam den Abpraller vor die Füße, doch vergab diese großartige Möglichkeit leichtfertig. Wenige Minuten später war es Kachunga, der für die Vorentscheidung mit dem 2:0 hätte sorgen können. Ein schneller Konter wurde von ihm jedoch überhastet abgeschlossen. Die Aktionen auf beiden Seiten erhöhten sich maßgeblich. Besonders bei den Kölnern fehlte es jedoch an der Genauigkeit. Kölns-Offensivmann Halfar gelang es, einen satten Torschuss aus rund 20 Metern Torentfernung abzulassen. Kruse konnte in der 70. Spielminute die Kugel noch ans Lattenkreuz lenken. In dieser Phase wäre der Ausgleich absolut verdient gewesen. Die Defensive konnten die Paderborner durch Krösche und Welker in der Schlussphase noch weiter verstärken. Nach 84 Minuten hatte Finne die letzte Torchance. Diese ist jedoch geradezu leichtfertig vergeben worden. Es muss ehrlich konstatiert werden, dass Köln nur in Ansätzen im zweiten Abschnitt zu seinem Spiel gefunden hat. Paderborn hat ein starkes Auswärtsspiel vor beeindruckender Kulisse hingelegt, sodass dieser Erfolg nicht gänzlich unverdient ist. Richtig stolz auf die Einstellung seiner Mannschaft war SCP-Coach Breitenreiter, der nach dem Spiel auf der Pressekonferenz folgende Aussage tätigen konnte: „Meine Jungs haben den taktischen Plan perfekt umgesetzt. Wir haben den Kölnern wenig Raum gegeben und sehr diszipliniert gespielt. Als der Druck des FCK größer wurde, hat uns Lukas Kruse mit tollen Paraden am Leben erhalten. Alle Spieler haben eine brutale Laufbereitschaft gezeigt.“

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