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SC Paderborn: Wird der Ernst der Lage verkannt?

Wer als Bundesliga-Absteiger zum Ende der Hinrunde auf dem 16. Tabellenplatz steht, hat auf dem Papier ziemlich viel falsch gemacht. Eigentlich sollten in diesem Fall die Alarmglocken läuten – nicht so beim SC Paderborn. Es scheint, als hätten die Verantwortlichen den Ernst der Lage noch nicht erkannt. Ein Kommentar.

Fünf Spiele ohne Sieg

Als Stefan Effenberg Mitte Oktober als Cheftrainer vorgestellt wurde und prompt zwei Siege in Folge einfuhr, war die Euphorie groß. Der Ex-Bundesliga-Star hatte der unter Vorgänger Markus Gellhaus oft lustlos aufgetretenen Mannschaft neues Leben eingehaucht und die Freude am Fußball zurück nach Paderborn gebracht. Seit der 1:7-Pleite im Pokal gegen Borussia Dortmund ist allerdings der Wurm drin: Aus den letzten letzten fünf Partien konnte der SC keinen Sieg einfahren. Da in den Heimspielen gegen Frankfurt, Heidenheim und 1860 München leichtfertig sechs Punkte verschenkt wurden, steckt Paderborn nun im Abstiegskampf.

"Zeitnahe Rückkehr in die Bundesliga ist das Ziel"

Längst haben die Fans versucht, ihren Verein mit Sprechchören wie "Aufwachen!" oder "Wir wollen Euch kämpfen sehen" aufzurütteln – bisher aber vergeblich. So sprach der Klub am Freitag nach der neuerlichen 1:2-Pleite in Nürnberg von einer "unglücklicher Niederlage" und einem "Spiel auf Augenhöhe". Der Spielverlauf zeigte jedoch ein anderes Bild: Schon nach 73 Minuten war die Partie entschieden, der Treffer von Kevin Stöger in der 88. Minute kam zu spät. Trainer Stefan Effenberg gab auf der Pressekonferenz im Anschluss zu Protokoll, dass er mit der Leistung seiner Mannschaft zufrieden gewesen sei. Diese hätten all das umgesetzt, was er ihnen an die Hand gegeben habe. Das mag sein, doch Punkte nahm der SCP deswegen nicht mit. Auf der Mitgliederversammlung am vergangenen Montag wurde mehrfach von der zeitnahen Rückkehr in die Bundesliga gesprochen, realistisch ist diese momentan aber nicht. Im Gegenteil!

Tabellenplatz sollte Warnung sein

Ziele darf man sich stecken, sollte dabei allerdings die Realität nicht aus den Augen verlieren. Auch muss der Verein seine Spieler natürlich nicht öffentlich kritisieren, doch ein wenig kritischer darf mit den Leistungen der letzten Wochen schon umgegangen werden. Geschenkt bekommt man in der 2. Bundesliga nichts – schon längst nicht als Absteiger. In den kommenden beiden Wochen mit Spielen gegen Bochum und Düsseldorf, die beide gewonnen werden müssen, wird sich zeigen, wie nah der SCP an der Realität ist oder ob er immer noch an die Bundesliga-Rückkehr denkt. Schon jetzt sollte der Tabellenplatz allerdings Warnung genug sein. Denn die Tabelle kann der Verein nicht schönreden.