Schalker Spektakel: Dzeko schreibt direkt Geschichte
Edin Dzeko schrieb zu seinem Einstand gleich mal standesgemäß Geschichte: Der prominente Winterzugang von Schalke 04 leitete als "Joker" beim 2:2-Spektakel gegen den 1. FC Kaiserlautern nicht nur die späte Aufholjagd des Herbstmeisters ein, sondern trug sich auf Anhieb in die Zweitliga-Rekordbücher ein.
"Man vergisst nicht, wie man Tore schießt"
"Auch wenn man mit 39 ein bisschen älter und etwas langsamer ist, vergisst man nicht, wie man Tore schießt", kommentierte Dzeko am Sky-Mikrofon sein Traumdebüt für die "Königsblauen" augenzwinkernd.
Sein 1:2-Anschlusstreffer drei Minuten vor Spielende war das Signal zur vollkommenen Schlussoffensive der Gastgeber und ermöglichte erst den Last-Minute-Ausgleich durch Kapitän Kenan Karaman (90.). Entsprechend sparte Trainer Miron Muslic auch nicht mit Komplimenten für Dzeko: "Das sind die Dinge, die uns gefehlt haben: ein Zielspieler, der Bälle behaupten und sich durchsetzen kann. Seine Klasse-Aktion war der Startpunkt, um das Stadion mitzunehmen und All-in zu gehen. Er bringt die Hoffnung nochmal zurück."
Für voraussichtlich lange Zeit bleiben wird Dzeko schon jetzt eine Bestmarke: Der Bosnier schrieb gegen den FCK mit 39 Jahren, zehn Monaten und acht Tagen als ältester Torschütze des Unterhauses Zweitliga-Geschichte. Den vorherigen Rekord hatte der ehemalige Nationalspieler Helmut Haller, der bei seinem letzten Treffer für den FC Augsburg drei Monate und vier Tage jünger gewesen war – vor 47 Jahren.
Ljubicic-Verpflichtung steht bevor
Jubel und Trubel um Dzeko machte die Schalke nach dem siebten Heimspiel ohne Niederlage in Serie allerdings nicht blind für die Probleme gegen Kaiserslautern. "Wir hätten ihre Diagonalbälle einfach besser verteidigen müssen", monierte Muslic etwa in der Pressekonferenz. In den Katakomben freute Karaman sich zwar über einen "Punkt für die Moral", klagte aber laut einem Bericht des Fachmagazins kicker zugleich, dass der Auftritt des Spitzenreiters "phasenweise nicht gut" gewesen wäre.
Mit Blick auf solche Unwuchten im Spiel des Tabellenführers, der nur noch drei Punkte Vorsprung auf den Aufstiegsrelegationsplatz hat, plant Schalke noch vor dem Ruhrschlager am Samstag beim Nachbarn VfL Bochum eine weiteren Transfercoup: Mittelfeldspieler Dejan Ljubicic (Dinamo Zagreb) saß bereits gegen den FCK auf der Tribüne und soll laut Sportvorstand Frank Baumann zu Wochenbeginn den Medizincheck "auf Schalke" absolvieren: "Dann können wir die Unterschriften leisten."