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Schuster: "Können auf die Leistung aufbauen"

Lange hielt Darmstadt 98 gegen die Hertha aus Berlin mit. Am Ende jedoch setzte es eine 0:2-Niederlage gegen den ambitionierten Bundesligisten. Trainer Dirk Schuster haderte anschließend vor allem mit dem Schiedsrichtergespann.

"Los der kleineren Mannschaft"

Es läuft die 69. Minute, der Gastgeber liegt bereits mit einem Tor hinten, als von der rechten Seite eine scharfe Flanke in den Strafraum fliegt und Lilien-Stürmer Dursun bei der Ballannahme von Herthaner Stark zu Boden gerissen wird. Doch der Elfmeter-Pfiff blieb aus. Dursun ging wohl zu theatralisch zu Boden. Darmstadt-Trainer Dirk Schuster sah in dieser Szene eine deutliche Benachteiligung durch den Unparteiischen: "Nach dem 0:1 bekommen wir einen klaren Elfmeter nicht. Warum der Schiedsrichter das nicht gesehen hat, weiß ich nicht, aber das ist vielleicht das Los der kleineren Mannschaft – ob das Spiel dann anders verläuft, ist offen, aber es wäre ein Erfolgserlebnis gewesen, wenn wir den verwandelt hätten", haderte der Lilien-Coach über die vermeintliche Fehlentscheidung.

Schusters Team konnte lange mit dem Tabellensechsten der Bundesliga mithalten, spielte frech nach vorne und erarbeitete sich sogar einige Torgelegenheiten. Von einem Klassenunterschied war nicht viel zu spüren.  Entsprechend zufrieden war Schuster auch mit der dargebotenen Leistung seines Teams: "Ich denke, wir waren gut auf die Partie vorbereitet, wir haben ziemlich viel von dem umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Wir wussten, dass mit Hertha eine gut organisierte Mannschaft kommt, die viel individuelle Qualität hat, sehr fit ist und Ausnahmespieler in seinen Reihen hat. Wir haben eine sehr gute Leistung gebracht, uns teuer verkauft, das Spiel lange offen gestaltet und gut verteidigt. Man kann Berlin nicht hundertprozentig ausschalten, das ist ganz normal. Wir hatten auch den Mut, selbst offensiv tätig zu werden", lobte Schuster seine Mannschaft.

Franke: "Können nicht alles verteidigen"

Wie so oft in engen Partien, entscheidet die Individuelle Klasse über Sieg und Niederlage. So auch gestern: Vedad Ibisevic, keine Minute auf dem Platz, bewies beim Abpraller von 98-Torwart Fernandez einfach den richtigen Riecher und konnte so zum wichtigen 1:0 abstauben. Dass gegen die Hertha aus Berlin Kleinigkeiten den Unterschied ausmachen, das räumt auch Lilien-Verteidiger Franke ein: "Leider kann man gegen so eine starke Mannschaft nicht alles verteidigen. Über die Qualität von Hertha BSC müssen wir nicht reden, da muss man jede Minute zu einhundert Prozent aufmerksam sein. Und wenn man einmal nicht nah genug dran ist, resultiert daraus sofort ein Gegentor. Das mussten wir heute erleben, aber wir haben uns dennoch in alles reingeworfen. Wir können uns heute Abend wenig vorwerfen."

Am Samstag kommt Magdeburg

Darmstadt 98 verabschiedet also trotz der bitteren Niederlage erhobenen Hauptes aus dem Pokalwettbewerb und kann sich nun voll auf den Liga-Alltag konzentrieren. Bereits am Samstag haben die Lilien bei einem Heimspiel gegen Magdeburg die Chance, den Abstand zur Abstiegsregion zu vergrößern.