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"Schwere Zeit": Werder-Pleite erscheint nebensächlich

IMAGO / Nordphoto

Am Samstagabend musste der SV Werder Bremen beim 1:2 gegen Holstein Kiel erneut einen sportlichen Dämpfer verkraften. Dieser folgte nach einer Woche voller Turbulenzen – was auch an den Akteuren nicht spurlos vorbeiging.

"Kein Vorteil"

Eine Woche und gleich drei Übungsleiter. Konstanz und Ruhe sieht gewiss anders aus. Nachdem Markus Anfang nach dem Skandal rund um seinen Impfausweis zurücktrat und Interimstrainer Danijel Zenkovic positiv auf das Coronavirus getestet wurde, stand mit NLZ-Leiter Christian Brand gleich der dritte Coach im dritten Spiel an der Seitenlinie des Bundesligaabsteigers. Am Ende seines wohl in die Werder-Historie eingehenden Debüts stand eine 1:2-Pleite im Nordduell gegen Holstein Kiel. Die Turbulenzen waren womöglich doch bei einigen in den Köpfen. "Die Unruhe beschäftigt die Spieler und war natürlich kein Vorteil", bestätigte auch Sportchef Frank Baumann.

Freude an der Aufgabe hatte der Neuling dennoch, der bekräftigte, dass das Spiel ihm "trotz der Niederlage heute Spaß gemacht" habe. Um ihn und seine Befindlichkeiten ginge es jedoch nicht. "Es ging nur darum, dass die Jungs begleitet werden und bereit sind", zeigte sich Brand demütig. Bereit waren seine neuanvertrauten Schützlinge, wenngleich die fünfte Niederlage am 15. Spieltag folgen sollte, die die Bremer auf den 10. Rang mit lediglich 20 Punkten fallen lässt.

Sportliche Gründe

Alleinig an dem Tohuwabohu der letzten Tage wollten die Beteiligten die Niederlage in Kiel dann aber auch nicht festmachen. Und ein "Einstellungsproblem", so Baumann, sei auch nicht erkennen gewesen zu sein. "Das Team war nicht komplett konfus", bescheinigte er. Auch Kapitän Toprak wollte sich nach Abpfiff lieber "an die eigene Nase fassen", denn so sei das Team "nicht zielstrebig genug" gewesen. Ein Phänomen, das die Norddeutschen schon die ganze Saison begleite. So kommt der Absteiger in dieser Saison lediglich auf 21 Saisontreffer. Kein Spieler konnte in den 15 Spielen bisher auf mehr als fünf Treffer kommen.

So blieb die Erkenntnis, dass "die Klarheit" gefehlt habe, wie Baumann resümierte. "Unter dem Strich hatten wir zu viele Phasen, in denen wir nicht gut waren und keine Spielideen hatten. Das war eine ärgerliche Niederlage", bilanzierte er abschließend. Auch Neuling Brand, der wohl kein zweites Mal auf der Bank Platz nehmen wird, dass das Team "gedanklich nicht schnell genug, um das zweite Tor zu machen" gewesen sei, was ihn ärgere. So bleibt Werder nun ein Neustart in der kommenden Woche – wohl mit dem vierten Trainer im vierten Spiel.